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	<title>Arbeitsbeispiele &#8211; Buch &amp; Museum</title>
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	<title>Arbeitsbeispiele &#8211; Buch &amp; Museum</title>
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		<title>Akteur*innen auf einem Revolutionsbild: Bürgermeister Carl Georg Wenner und seine Nachfolger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Nov 2025 10:11:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Auf dem Gemälde „Einzug der Freischaren unter Weißhaar“ hat Friedrich Kaiser 1848 den Bürgermeister und Kaufmann Carl Georg Wenner im Vordergrund links porträtiert. Gegenüber dem Gasthaus zum Wildenmann unterhält er sich auf dem Bürgersteig mit dem Kaufmann und Gemeinderat Johann ... <a title="Akteur*innen auf einem Revolutionsbild: Bürgermeister Carl Georg Wenner und seine Nachfolger" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/akteurinnen-auf-einem-revolutionsbild-buergermeister-carl-georg-wenner-und-seine-nachfolger/" aria-label="Mehr Informationen über Akteur*innen auf einem Revolutionsbild: Bürgermeister Carl Georg Wenner und seine Nachfolger">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_1390" aria-describedby="caption-attachment-1390" style="width: 466px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-1390" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_-Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Wenner-300x281.jpg" alt="" width="476" height="446" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_-Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Wenner-300x281.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_-Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Wenner-1024x961.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_-Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Wenner-150x141.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_-Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Wenner-768x720.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_-Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Wenner-1536x1441.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_-Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Wenner-2048x1921.jpg 2048w" sizes="(max-width: 476px) 100vw, 476px" /><figcaption id="caption-attachment-1390" class="wp-caption-text">Gemäldeausschnitt mit Wenner und Calame, DLM Lörrach, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p style="text-align: left;">Auf dem Gemälde „Einzug der Freischaren unter Weißhaar“ hat Friedrich Kaiser 1848 den Bürgermeister und Kaufmann Carl Georg Wenner im Vordergrund links porträtiert. Gegenüber dem Gasthaus zum Wildenmann unterhält er sich auf dem Bürgersteig mit dem Kaufmann und Gemeinderat Johann Friedrich Calame, der ihn um Kopfeslänge überragt. Der „Lange Calame“, seit 1830 mit Wenners Schwester verheiratet, ist unterschiedlich gekleidet noch zwei Mal auf dem Bild zu entdecken: seitlich mit schwarzem Bürgerwehr-Tschako neben dem Revolutionsführer Struve, dem er den Weg nach Steinen erklärt (im Bildausschnitt rechts) und von vorn, mit gescheitelten, dunklen Haaren neben dem Eingang zum „Wildenmann“. Wenner indes, erkennbar an seinem typischen Kinnbart, ist nur einmal abgebildet. Er ist zwar elegant gekleidet, trägt jedoch – im Unterschied zu den anderen Honoratioren – weder Zylinder noch eine andere Kopfbedeckung. Mit schwarz-weißer Kopfhaube geht seine Frau auf ihn zu, neben sich ihre kleine Tochter.</p>
<p>Wenner wurde 1806 als Sohn einer Wirtshausfamilie in Lörrach geboren. Schon seinen Großeltern gehörte das Gasthaus zum Wildenmann, das sie selbst bewirtschafteten. Wie sein Vater, der noch Johann Peter Hebel als Lehrer hatte, besuchte Wenner das Pädagogium in der Basler Straße. Danach erwarb er in einem Internat in der französischen Schweiz kaufmännische Kenntnisse und ging in Italien und der Schweiz auf&#8230; <a href="https://www.badische-zeitung.de/loerrachs-buergermeister-carl-georg-wenner-war-vorkaempfer-fuer-einen-demokratischen-staat" target="_blank" rel="noopener">Für den vollständigen Text hier klicken</a></p>
<figure id="attachment_1391" aria-describedby="caption-attachment-1391" style="width: 304px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" class="wp-image-1391" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2_Wenner_Foto-StA-Loerrach-220x300.jpg" alt="" width="314" height="428" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2_Wenner_Foto-StA-Loerrach-220x300.jpg 220w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2_Wenner_Foto-StA-Loerrach-752x1024.jpg 752w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2_Wenner_Foto-StA-Loerrach-110x150.jpg 110w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2_Wenner_Foto-StA-Loerrach-768x1046.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2_Wenner_Foto-StA-Loerrach-1128x1536.jpg 1128w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2_Wenner_Foto-StA-Loerrach-1503x2048.jpg 1503w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2_Wenner_Foto-StA-Loerrach.jpg 1673w" sizes="(max-width: 314px) 100vw, 314px" /><figcaption id="caption-attachment-1391" class="wp-caption-text">Bürgermeister Wenner, um 1862, Fotorepro: Stadtarchiv Lörrach</figcaption></figure>
<p>Für Deutschland wünschte sich Wenner einen demokratischen Bundesstaat nach Schweizer Vorbild. Dieser sollte nicht gewaltsam, sondern durch die gewählte Frankfurter Nationalversammlung durchgesetzt werden, weshalb er den ersten badischen Aufstand ablehnte: Als am 20. April 1848 die Weißhaar-Kolonne mit Struve in Lörrach einzog, weigerte sich die Stadt, ein Aufgebot zu stellen und Hecker zu Hilfe zu eilen.</p>
<p>Erst im zweiten Badischen Aufstand unter Struve schloss sich Wenner mit vielen anderen Lörracher Bürgern der Revolution an und beteiligte sich am Gefecht in Staufen. Als Wenner aus dem Schweizer Exil zurückkehrte, setzten ihn die großherzoglichen Behörden als Bürgermeister ab und leiteten ein Ermittlungsverfahren gegen ihn ein. Trotzdem ließ er es sich nicht nehmen, den demokratischen Volksverein in Lörrach mitzugründen. Im April 1849 wurde das Strafverfahren in Freiburg gegen ihn eingestellt und er&#8230;. <a href="https://www.badische-zeitung.de/loerrachs-buergermeister-carl-georg-wenner-war-vorkaempfer-fuer-einen-demokratischen-staat" target="_blank" rel="noopener">Für den vollständigen Text hier klicken</a></p>
<figure id="attachment_1393" aria-describedby="caption-attachment-1393" style="width: 311px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-1393" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-4-_-Feldkirchner_Foto-193x300.jpg" alt="" width="321" height="499" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-4-_-Feldkirchner_Foto-193x300.jpg 193w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-4-_-Feldkirchner_Foto-97x150.jpg 97w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-4-_-Feldkirchner_Foto.jpg 382w" sizes="(max-width: 321px) 100vw, 321px" /><figcaption id="caption-attachment-1393" class="wp-caption-text">Bürgermeister Feldkirchner, DLM Lörrach, Fotorepro: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p style="text-align: left;">Lörrach hatte das „Glück und Talent, von 1844 bis 1877 nacheinander fast ausnahmslos lauter ausgezeichnete Bürgermeister zu finden“, schrieb der Ex-Gemeinderat Eduard Kaiser in seinen 1877 beendeten Memoiren. Dazu zählt er die Bürgermeister Wenner (1806–1863), Calame (1802–1861), Johann Paul Feldkirchner (1815–1869) und Johann Josef Grether (1840–1910), die alle auf dem Revolutionsbild von 1848 zu sehen sind.</p>
<p><span style="font-size: inherit;">Bis auf Grether waren es keine Alteingesessenen:  Wenners Großmutter väterlicherseits stammte aus Basel, sein Großvater, Küfermeister, ursprünglich aus dem Großherzogtum Hessen. Calames Vater war aus dem Schweizer Jura und Feldkirchner aus dem bayerischen Fürth nach Lörrach eingewandert, um sich 1841 als Sattler selbstständig zu machen. Als Gemeinderat war Feldkirchner wie Wenner an der Revolution beteiligt.<br />
</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-size: inherit;">Mit Ausnahme von Grether sind diese freisinnigen Bürgermeister in Vergessenheit geraten. Kein Denkmal oder Straßenname erinnern an sie. Was insbesondere bei Wenner verwunderlich ist, der Lörrach besonnen und couragiert durch die Revolution 1848/49 geführt hatte. Als Grether 1906 als Bürgermeister zurücktrat, ging eine lange Friedenszeit zu Ende. Deutschlandweit triumphierten die militärbegeisterten Obrigkeitshörigen und Opportunisten, die Heinrich Mann in seinem Roman „Der Untertan“ vor Beginn des Ersten Weltkriegs überspitzt beschrieb.</span></p>
<p>(c) Carola Hoécker, 2025</p>
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		<title>Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848: Friedrich Neff, der &#8222;rote&#8220; Student</title>
		<link>https://buch-und-museum.de/aktuelles/friedrich-neff-student-revolutionaer-und-akteur-auf-einem-revolutionsbild-von-1848/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Oct 2025 19:49:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf dem Gemälde „Einzug der Freischaren unter Weißhaar in Lörrach“ porträtierte der Maler Friedrich Kaiser auch den 26-jährigen Friedrich Neff. Eine zylinderförmige Studentenmütze auf dem Kopf steht er etwas verdeckt rechts hinter dem Revolutionsführer Gustav Struve. Als einer der wenigen ... <a title="Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848: Friedrich Neff, der &#8222;rote&#8220; Student" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/friedrich-neff-student-revolutionaer-und-akteur-auf-einem-revolutionsbild-von-1848/" aria-label="Mehr Informationen über Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848: Friedrich Neff, der &#8222;rote&#8220; Student">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_1371" aria-describedby="caption-attachment-1371" style="width: 290px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1371 size-medium" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1-Bildausschnitt-300x281.jpg" alt="" width="300" height="281" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1-Bildausschnitt-300x281.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1-Bildausschnitt-150x141.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1-Bildausschnitt.jpg 576w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-1371" class="wp-caption-text">Friedrich Neff rechts hinter Gustav Struve, Gemäldeausschnitt, Foto: Carola Hoécker</figcaption></figure>
<figure id="attachment_1372" aria-describedby="caption-attachment-1372" style="width: 290px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1372 size-medium" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Schuldschein-DLM-Loerrach-Scan-mit-Logo-300x231.jpg" alt="" width="300" height="231" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Schuldschein-DLM-Loerrach-Scan-mit-Logo-300x231.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Schuldschein-DLM-Loerrach-Scan-mit-Logo-1024x787.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Schuldschein-DLM-Loerrach-Scan-mit-Logo-150x115.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Schuldschein-DLM-Loerrach-Scan-mit-Logo-768x590.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Schuldschein-DLM-Loerrach-Scan-mit-Logo.jpg 1036w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-1372" class="wp-caption-text">Schuldschein für die Republik, den Neff im Schweizer Exil drucken ließ, DLM Lörrach</figcaption></figure>
<p>Auf dem Gemälde „Einzug der Freischaren unter Weißhaar in Lörrach“ porträtierte der Maler Friedrich Kaiser auch den 26-jährigen Friedrich Neff. Eine zylinderförmige Studentenmütze auf dem Kopf steht er etwas verdeckt rechts hinter dem Revolutionsführer Gustav Struve. Als einer der wenigen schloss er sich in Lörrach dem Weißhaar-Zug an. Während der Revolution wurde Struve zu seinem Idol. Dieser wiederum schätzte Neffs Offenheit, Zuverlässigkeit und Organisationstalent.<br />
<span style="font-size: inherit;"><br />
Friedrich Neff wurde 1821 in Rümmingen bei Lörrach geboren, einem Ort mit damals 200 Einwohnern. Er war das einzige Kind des Küfermeisters Jacob Neff&#8230; <strong><a title="Hier geht der Text weiter" href="https://www.badische-zeitung.de/der-ruemminger-friedrich-neff-war-bis-zu-seinem-tod-ein-gluehender-verfechter-der-revolution" target="_blank" rel="noopener">Für den vollständigen Text hier klicken</a></strong></span></p>
<figure id="attachment_1373" aria-describedby="caption-attachment-1373" style="width: 500px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1373" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-Erschiessung-Friedrich-Neffs-am-9.-August-1849-in-Freiburg-300x214.jpg" alt="" width="510" height="364" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-Erschiessung-Friedrich-Neffs-am-9.-August-1849-in-Freiburg-300x214.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-Erschiessung-Friedrich-Neffs-am-9.-August-1849-in-Freiburg-150x107.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-Erschiessung-Friedrich-Neffs-am-9.-August-1849-in-Freiburg.jpg 689w" sizes="(max-width: 510px) 100vw, 510px" /><figcaption id="caption-attachment-1373" class="wp-caption-text">Neffs Hinrichtung am 9. August 1849 in Freiburg, DLM Lörrach</figcaption></figure>
<p>Anfang Juli 1849 wurde Neff bei seinem Versuch, über Breisach nach Frankreich zu fliehen, an der Grenze verhaftet. Nach einmonatiger Haft verurteilte ihn ein Standgericht in Freiburg zum Tod. In seinem letzten Brief bat er seine Mutter, die Erinnerung an ihn und den Kampf für die Freiheit wachzuhalten. Diesen Wunsch erfüllte sie durch die Errichtung eines Grabdenkmals in Rümmingen. Einen Teil seines Vermögens sollte seine Mutter befreundeten Revolutionären und seiner Verlobten Anna Maria Frei in Rümmingen vermachen. Am Folgetag, dem 9. August 1849, wurde Neff in Freiburg erschossen.</p>
<p>In einer Schrift hatte Neff für die deutschen Staaten eine demokratisch-soziale Politik und „Bundesrepublik“ gefordert. Mit der Gründung der BRD im Mai 1949 haben sich – 100 Jahre nach der Badischen Revolution – diese Ziele langfristig verwirklicht. Freiheit, Wohlstand und Bildung für alle sind für uns heute eine Selbstverständlichkeit.</p>
<p>(c) Carola Hoécker, 2025</p>
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		<title>Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848: Der Arzt Carl Friedrich Brodhag und die Freiheitskämpferin Amalie Struve</title>
		<link>https://buch-und-museum.de/aktuelles/der-arzt-carl-friedrich-brodhag-akteur-auf-einem-revolutionsbild/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Oct 2025 10:03:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[Carl Friedrich Brodhag (1795-1855), der als Arzt in Lörrach praktizierte, war ein faszinierendes Kuriosum und schien einer Kalendergeschichte Johann Peter Hebels entsprungen zu sein. Seine Kollegen Eduard Kaiser und Adolf Kussmaul, ein bedeutender Internist, berichteten ausführlich in ihren Memoiren über ... <a title="Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848: Der Arzt Carl Friedrich Brodhag und die Freiheitskämpferin Amalie Struve" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/der-arzt-carl-friedrich-brodhag-akteur-auf-einem-revolutionsbild/" aria-label="Mehr Informationen über Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848: Der Arzt Carl Friedrich Brodhag und die Freiheitskämpferin Amalie Struve">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_1349" aria-describedby="caption-attachment-1349" style="width: 380px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1349" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1.-Brodhag-im-Kreis-seiner-Familie-Bildausschnitt-Foto-Hoecker-300x263.jpg" alt="Gemäldeausschnitt mit Brodhag, April 1848, Foto: C.  Hoécker" width="390" height="342" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1.-Brodhag-im-Kreis-seiner-Familie-Bildausschnitt-Foto-Hoecker-300x263.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1.-Brodhag-im-Kreis-seiner-Familie-Bildausschnitt-Foto-Hoecker-1024x898.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1.-Brodhag-im-Kreis-seiner-Familie-Bildausschnitt-Foto-Hoecker-150x131.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1.-Brodhag-im-Kreis-seiner-Familie-Bildausschnitt-Foto-Hoecker-768x673.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1.-Brodhag-im-Kreis-seiner-Familie-Bildausschnitt-Foto-Hoecker-1536x1346.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1.-Brodhag-im-Kreis-seiner-Familie-Bildausschnitt-Foto-Hoecker.jpg 1839w" sizes="(max-width: 390px) 100vw, 390px" /><figcaption id="caption-attachment-1349" class="wp-caption-text">Gemäldeausschnitt mit Brodhag, April 1848, Foto: C.  Hoécker</figcaption></figure>
<p>Carl Friedrich Brodhag (1795-1855), der als Arzt in Lörrach praktizierte, war ein faszinierendes Kuriosum und schien einer Kalendergeschichte Johann Peter Hebels entsprungen zu sein. Seine Kollegen Eduard Kaiser und Adolf Kussmaul, ein bedeutender Internist, berichteten ausführlich in ihren Memoiren über ihn. Eduards Bruder Friedrich Kaiser hat 1848 auf dem Gemälde „Einzug der Freischaren“ Brodhag im rechten Bildvordergrund rückseitig in Dreiviertelansicht mit Familie porträtiert.<br />
Kennzeichnend für Brodhag waren laut Eduard Kaiser seine großen Fledermausohren, deren Farbe auf einen schlechten Gesundheitszustand schließen ließe, und seine Tabakspfeife, die immer in seinem Mund steckte.<br />
Er trägt einen Zylinder und schwarzen Frack, aus dessen Innentasche ein Schnupftuch hängt. Ländlich wirkende Kniebundhosen und Schnallenschuhe bedecken seine mageren Beine. Um ihn herum stehen in Markgräfler Tracht seine ältere, unverheiratete Schwester, die auf die durchziehenden Freischärler zeigt, sowie seine kleinere Ehefrau und ein junger Mann mit Studentenmütze&#8230; <a href="https://www.badische-zeitung.de/carl-friedrich-brodhag-ging-als-arzt-rabauke-und-revolutionaer-in-die-geschichte-von-loerrach-ein" target="_blank" rel="noopener">Für den vollständigen Text hier klicken</a> &#8230;Arzt äußerst kompetent und bei seinen Patienten beliebt. 1834 wechselte er von Kandern nach Lörrach, wo sein Vater bereits seit vielen Jahren als Amtsarzt arbeitete. Damit verschärfte sich die Konkurrenz für Eduard und seinen Vater Johann Kaiser, die ebenfalls als Ärzte in Lörrach praktizierten, wo kaum mehr als 2000 Einwohner lebten. Eduard Kaiser beschrieb Brodhag als Choleriker, Ebenbild von Don Quixote und ewigen Studenten, dessen Welt nur aus „hundsgemeinen Philistern oder flotten Burschen“ bestehe. Zu Letzteren zählte Brodhag offenbar auch den Studenten und späteren Revolutionär Friedrich Neff, dem er 1846 schrieb, um mit ihm gemeinsame politische Ansichten zu besprechen.</p>
<figure id="attachment_1351" aria-describedby="caption-attachment-1351" style="width: 250px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1351" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/APN-1401-Brief-an-Neff-1846-1-242x300.jpg" alt="Brief Brodhags an den Studenten Friedrich Neff in Basel, 27. November 1846,, DLM Lörrach, Foto: C. Hoécker" width="260" height="322" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/APN-1401-Brief-an-Neff-1846-1-242x300.jpg 242w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/APN-1401-Brief-an-Neff-1846-1-825x1024.jpg 825w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/APN-1401-Brief-an-Neff-1846-1-121x150.jpg 121w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/APN-1401-Brief-an-Neff-1846-1-768x953.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/APN-1401-Brief-an-Neff-1846-1-1238x1536.jpg 1238w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/APN-1401-Brief-an-Neff-1846-1.jpg 1331w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /><figcaption id="caption-attachment-1351" class="wp-caption-text">Brief Brodhags an den Studenten Friedrich Neff in Basel, 27. November 1846,, DLM Lörrach, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p style="text-align: left;">Begeistert beteiligte sich Brodhag im September 1848 am zweiten Badischen Aufstand und quartierte den Revolutionsführer Gustav Struve mit seiner Ehefrau Amalie bei sich in Lörrach ein. Mit einer Sense in der Hand soll Brodhag bei einer Volksversammlung geschrien haben: „Gott straf&#8216; mich, wollt Ihr die Freiheit erringen, so greift zur Sense!“  Als Rittmeister der Freischärler-Kavallerie nahm er am Gefecht bei Staufen teil, floh jedoch angesichts der überlegenen Regierungstruppen ins Exil nach Basel. Enttäuscht schwor er in der Folgezeit allem Politischen ab. Seine überwiegend wirren Aufzeichnungen vermachte er Eduard Kaiser, der ihn als Arzt betreute. Schwer an Tuberkulose erkrankt starb Carl Friedrich Brodhag 1855 mit 60 Jahren in Lörrach.</p>
<figure id="attachment_1350" aria-describedby="caption-attachment-1350" style="width: 380px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1350 " src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-Amalie-Struve-hinter-Gustav-Struve-Foto-Hoecker-300x184.jpg" alt="" width="390" height="239" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-Amalie-Struve-hinter-Gustav-Struve-Foto-Hoecker-300x184.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-Amalie-Struve-hinter-Gustav-Struve-Foto-Hoecker-150x92.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-Amalie-Struve-hinter-Gustav-Struve-Foto-Hoecker.jpg 596w" sizes="(max-width: 390px) 100vw, 390px" /><figcaption id="caption-attachment-1350" class="wp-caption-text">Gemäldeausschnitt mit Amalie Struve hinter ihrem Ehemann Gustav Struve, April 1848, Foto: C.  Hoécker</figcaption></figure>
<p style="text-align: left;"><strong>Behind a great man there is a great woman –</strong> <strong>Neuentdeckung auf dem Revolutionsbild<br />
</strong>Auch die 23-jährige Publizistin und Revolutionärin Amalie Struve (geborene Siegrist) aus Mannheim porträtierte der Maler Friedrich Kaiser auf dem Wimmelbild, obwohl sie am 20. April 1848 ihren Ehegatten Gustav Struve gar nicht begleitet hatte, sondern erst beim zweiten Badischen Aufstand im September. Sie trägt Männerkleidung und steht etwas versteckt direkt hinter dem Revolutionsführer.</p>
<p>(c) Carola Hoécker, 2025</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Übersetzungslektorat einer historischen Graphic Novel</title>
		<link>https://buch-und-museum.de/arbeitsbeispiele/uebersetzungslektorat-einer-historischen-graphic-novel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Apr 2025 17:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsbeispiele]]></category>
		<category><![CDATA[Graphic Novel]]></category>
		<category><![CDATA[Lektorat]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzungslektorat]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine aus dem Französischen übersetzte Graphic Novel gegen die Mythologisierung und das Vergessen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland. Weitere Informationen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a href="https://www.knesebeck-verlag.de/die_letzten_100_tage_hitlers/t-1/1340" target="_blank" rel="noopener"><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1322 alignleft" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/934-6_cover_die-letzten-100-tage-hitlers_3d_final_i5rqhq-215x300.webp" alt="" width="496" height="692" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/934-6_cover_die-letzten-100-tage-hitlers_3d_final_i5rqhq-215x300.webp 215w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/934-6_cover_die-letzten-100-tage-hitlers_3d_final_i5rqhq-108x150.webp 108w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/934-6_cover_die-letzten-100-tage-hitlers_3d_final_i5rqhq.webp 400w" sizes="(max-width: 496px) 100vw, 496px" /></a>Eine aus dem Französischen übersetzte Graphic Novel gegen die Mythologisierung und das Vergessen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland. <a href="https://www.knesebeck-verlag.de/die_letzten_100_tage_hitlers/t-1/1340" target="_blank" rel="noopener">Weitere Informationen</a></p>
<p style="text-align: left;">
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Digitale Sammlungserschließung in museum-digital, gefördert durch Landesmittel</title>
		<link>https://buch-und-museum.de/aktuelles/digitale-sammlungserschliessung-in-museum-digital-durch-landesmittel-gefoerdert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Dec 2024 18:32:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsbeispiele]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
		<category><![CDATA[Inventarisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Museum]]></category>
		<category><![CDATA[museum-digital]]></category>
		<category><![CDATA[Sammlung]]></category>
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					<description><![CDATA[Mehr als 400 Exponate der Dauerausstellung (Schwerpunkt römische Archäologie) habe ich bisher für das Lobdengau-Museum Ladenburg in der Datenbank erfasst und publiziert, natürlich in enger Zusammenarbeit mit dem Museumsteam. Hier gehts zur Sammlungdatenbank: Klicken Die Lokalzeitung berichtete über das spannende ... <a title="Digitale Sammlungserschließung in museum-digital, gefördert durch Landesmittel" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/digitale-sammlungserschliessung-in-museum-digital-durch-landesmittel-gefoerdert/" aria-label="Mehr Informationen über Digitale Sammlungserschließung in museum-digital, gefördert durch Landesmittel">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mehr als 400 Exponate der Dauerausstellung (Schwerpunkt römische Archäologie) habe ich bisher für das Lobdengau-Museum Ladenburg in der Datenbank erfasst und publiziert, natürlich in enger Zusammenarbeit mit dem Museumsteam. Hier gehts zur Sammlungdatenbank: <a href="https://bawue.museum-digital.de/institution/161" target="_blank" rel="noopener">Klicken</a></p>
<p>Die Lokalzeitung berichtete über das spannende Projekt:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1297 alignleft" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Museum-Ladenburg-Presse-1-241x300.jpg" alt="" width="1333" height="1659" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Museum-Ladenburg-Presse-1-241x300.jpg 241w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Museum-Ladenburg-Presse-1-823x1024.jpg 823w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Museum-Ladenburg-Presse-1-121x150.jpg 121w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Museum-Ladenburg-Presse-1-768x956.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Museum-Ladenburg-Presse-1.jpg 1100w" sizes="(max-width: 1333px) 100vw, 1333px" />                                                                                                                                                                                          <a href="https://www.weikmedien.de/ladenburg/c-aktuelles/das-lobdengau-museum-tritt-in-das-digitale-zeitalter-ein_a70976" target="_blank" rel="noopener">Hier gehts weiter</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bundesarchiv Rastatt, 14.11.2024: Ausstellen in Revolutionszeiten</title>
		<link>https://buch-und-museum.de/aktuelles/bundesarchiv-rastatt-14-11-2024-ausstellen-in-revolutionszeiten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Nov 2024 23:28:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Amalie Struve]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsbeispiele]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Kaiser]]></category>
		<category><![CDATA[Judenemanzipation]]></category>
		<category><![CDATA[Karlsruher Kunstverein]]></category>
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		<category><![CDATA[Revolution 1848]]></category>
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					<description><![CDATA[Die 14. Veranstaltung der Vortragsreihe &#8222;Es lebe die Freiheit! Menschen in der Revolution 1848/49“ bildet den Abschluss des Jubiläumsprogramms der Bundesarchiv-Erinnerungsstätte in Rastatt. Mit dem badischen Maler Friedrich Kaiser widmet sich der Vortrag einem der bekanntesten Illustratoren der Badischen Revolution, ... <a title="Bundesarchiv Rastatt, 14.11.2024: Ausstellen in Revolutionszeiten" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/bundesarchiv-rastatt-14-11-2024-ausstellen-in-revolutionszeiten/" aria-label="Mehr Informationen über Bundesarchiv Rastatt, 14.11.2024: Ausstellen in Revolutionszeiten">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1244 alignleft" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Foto_Rastatt_Ausstellung-212x300.jpg" alt="" width="875" height="1238" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Foto_Rastatt_Ausstellung-212x300.jpg 212w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Foto_Rastatt_Ausstellung-724x1024.jpg 724w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Foto_Rastatt_Ausstellung-106x150.jpg 106w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Foto_Rastatt_Ausstellung-768x1086.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Foto_Rastatt_Ausstellung-1086x1536.jpg 1086w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Foto_Rastatt_Ausstellung-1448x2048.jpg 1448w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Foto_Rastatt_Ausstellung.jpg 1490w" sizes="(max-width: 875px) 100vw, 875px" />Die 14. Veranstaltung der Vortragsreihe &#8222;Es lebe die Freiheit! Menschen in der Revolution 1848/49“ bildet den Abschluss des Jubiläumsprogramms der Bundesarchiv-Erinnerungsstätte in Rastatt.</p>
<p>Mit dem badischen Maler Friedrich Kaiser widmet sich der Vortrag einem der bekanntesten Illustratoren der Badischen Revolution, dessen Gemälde und Zeichnungen unser Bild von der Revolution 1848/49 bis heute prägen. Anhand seiner Gemälde und Zeichnungen öffnet der Vortrag ein Zeitfenster in das dramatische Revolutionsgeschehen vor 175 Jahren.</p>
<p>1848/49 steckte die Fotografie noch in den Kinderschuhen. Umso wichtiger waren Lithografien, Zeichnungen und Gemälde, die den Menschen die Revolution &#8222;vor Augen führten“. Der in Lörrach geborene Friedrich Kaiser zählte zu den Pionieren der modernen Bildberichterstattung in Deutschland und wurde in den Revolutionsjahren Zeuge vieler einschneidender Ereignisse.</p>
<p>So erlebte er im April 1848 während des ersten Badischen Aufstands den Einzug der Freischaren unter Joseph Weißhaar in Lörrach. Das Gemälde, auf dem er den historischen Moment festhielt, stellte er schon wenige Monate später im Karlsruher Kunstverein aus. Neben dem Revolutionsführer Gustav Struve fand sich auf dem Bild unter anderem auch der Maler selber.<br />
Jüngste Entdeckungen führen zu weiteren vielschichtigen Interpretationen. Hierzu zählen die als Mann getarnte Revolutionärin Amalie Struve und „Dorfdioskuren“ aus dem Schwarzwald, die die Forderung nach der rechtlichen Gleichstellung der jüdischen Bevölkerung symbolisieren.</p>
<p>Kaiser stellte im Karlsruher Kunstverein noch weitere Werke aus, in denen er als badischer Hofmaler seine Sympathie für die Revolution verbergen musste. Sie werden ebenfalls im Vortrag thematisiert.</p>
<h5> <a href="https://www.bundesarchiv.de/themen-entdecken/vor-ort-entdecken/veranstaltungen/termin/der-maler-friedrich-kaiser-1815-1889-ausstellen-in-revolutionszeiten-baden-wuerttemberg-14-11-2024/" target="_blank" rel="noopener">Link zur Veranstaltung</a></h5>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Likör bannt die Kriegsgefahr. Haager Dialoge oder gelebte Krisenbewältigung</title>
		<link>https://buch-und-museum.de/blog/likoer-scheint-die-kriegsgefahr-zu-bannen-haager-dialoge-oder-gelebte-krisenbewaeltigung-vor-ausbruch-des-ersten-weltkriegs/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Sep 2024 06:26:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsbeispiele]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Ständige Schiedshof in Den Haag, 1899 auf der ersten internationalen Friedenskonferenz von 24 Staaten gegründet, vermittelt bis heute bei internationalen Streitfragen und Konflikten. Am häufigsten wurde er vor dem Ersten Weltkrieg zu Rate gezogen. Auf der zweiten Haager Friedenkonferenz ... <a title="Likör bannt die Kriegsgefahr. Haager Dialoge oder gelebte Krisenbewältigung" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/blog/likoer-scheint-die-kriegsgefahr-zu-bannen-haager-dialoge-oder-gelebte-krisenbewaeltigung-vor-ausbruch-des-ersten-weltkriegs/" aria-label="Mehr Informationen über Likör bannt die Kriegsgefahr. Haager Dialoge oder gelebte Krisenbewältigung">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="attachment_1056" aria-describedby="caption-attachment-1056" style="width: 622px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1056" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/La-Menthe-1913-300x224.jpg" alt="Französisches Werbeplakat zum Likör &quot;La Menthe Pastille&quot;, auf dem die europäischen Staatsoberhäupter während der Friedenskonferenz von Den Haag in fröhlicher Runde Likör trinken, denn: &quot;Le Péril conjuré par!!&quot; [dt.: Die Gefahr entfernt sich dadurch!!!], Original-Farblithografie, 1913" width="632" height="471" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/La-Menthe-1913-300x224.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/La-Menthe-1913-1024x763.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/La-Menthe-1913-150x112.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/La-Menthe-1913-768x572.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/La-Menthe-1913-1536x1145.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/La-Menthe-1913-2048x1527.jpg 2048w" sizes="(max-width: 632px) 100vw, 632px" /><figcaption id="caption-attachment-1056" class="wp-caption-text">Die europäischen Großmächte im Schiedshof von Den Haag, französisches Werbeplakat von Eugen Ogé, 1913. Dreiländermuseum Lörrach, Inv.-Nr. PL 2102</figcaption></figure>Der Ständige Schiedshof in Den Haag, 1899 auf der ersten internationalen Friedenskonferenz von 24 Staaten gegründet, vermittelt bis heute bei internationalen Streitfragen und Konflikten. Am häufigsten wurde er vor dem Ersten Weltkrieg zu Rate gezogen. Auf der zweiten Haager Friedenkonferenz 1907 gelang ein Abkommen über Pflichte und Rechte neutraler Staaten wie der Schweiz und Belgien, doch kein Beschluss zu einer allgemeinen Abrüstung. Auch die Einführung einer obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit scheiterte aufgrund der Ablehnung des deutschen Kaisers Wilhelm II. Diese sollte 1914 bei einer dritten Friedenskonferenz durch die Einführung des Mehrheitsprinzips geregelt werden.<br />
In Frankreich schlug sich der Wunsch nach einer friedlichen Zukunft sogar visionär in der Werbung nieder: Auf dem 120 x 160 cm großen Plakat von 1913 versammeln sich die europäischen Großmächte am runden Tisch im Schiedshof von Den Haag, um Streitigkeiten beizulegen und einen Ausweg aus der Balkankrise zu finden. Alle Hauptkonflikte sind personifiziert, scheinen aber noch friedlich lösbar. Detailfreudig und überzeichnet vom Plakatkünstler Eugène Ogé dargestellt, trinken die Staatsoberhäupter den bekannten Likör Menthe Pastille und sind überwiegend bester Laune. Laut Werbeslogan und Trinkspruch „Le Péril conjuré“ bannt der wundersame Likör die drohende Kriegsgefahr.</p>
<p>Raymond Poincaré, seit 1913 französischer Staatpräsident, bringt als Vorsitzender rechts am Tisch mit erhobenem Glas den Trinkspruch aus. Er ist der einzige unter den fast allesamt miteinander Verwandten, der weder Uniform noch Adelstitel trägt. Als Unterstützer der russischen Balkanpolitik steht er neben Zar Nikolaus II. Dessen rechte Hand ruht brüderlich auf den mächtigen Schultern des bulgarischen Zaren Ferdinand I., der in der Tischmitte sitzt. In seinen Armen hält Ferdinand breit lächelnd zwei handpuppengroße Balkankönige: Rechts Peter I. von Serbien, der mit geschlossenen Augen aus dem Likörglas trinkt, links dessen Schwiegervater Nikola I. von Montenegro, der wie ein wild gewordener Derwisch mit geöffnetem Mund seine Hände nach dem Glas ausstreckt. Der im Balkankonflikt neutral gebliebene italienische König Viktor Emanuel III. versucht mit erhobenem Zeigefinger, seinen Schwiegersohn aus Montenegro zu beruhigen. Auf dem Tisch krabbelt in traditioneller Landestracht der Schwager des deutschen Kaisers, der griechische König Konstantin I. Er schaut so tief ins Glas, dass sein Gesicht nicht zu sehen ist. Serbien, Bulgarien, Montenegro und Griechenland verkörpern den Balkanbund gegen das Osmanische Reich.</p>
<p>Dahinter segnet der offensichtlich schon betrunkene österreichische Kaiser Franz Joseph mit erhobenen Händen diesen konfliktbeladenen, von Russland geförderten Bund. Er hält dabei seine Augen geschlossen und wirkt dadurch wie ein Schlafwandler, der in sein Unglück rennt: Schon ein Jahr später stirbt beim Attentat von Sarajevo sein Sohn und Thronfolger. Eine Kettenreaktion durchläuft die verschiedenen komplexen Staatenbündnisse; eine Reihe von Missverständnissen, Unklarheiten und das Versagen der Diplomatie führen schließlich zum Ersten Weltkrieg. Franz Joseph, der um seinen Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn bangt, unterschreibt am 28. Juli 1914 überstürzt die erste Kriegserklärung (an Serbien), womit die Kriegskugel ins Rollen gerät und ein Ultimatum auf das andere folgt.</p>
<p>Links vom österreichischen Kaiser ist in Paradeuniform sein wichtigster Verbündeter porträtiert, der deutsche Kaiser Wilhelm II., mit skurrilem Helm und einem langen nach oben ragenden Schnurrbart, an dessen Enden stechend blaue Argusaugen die Balkanwirren am Tisch beobachten. Wilhelm stützt den Sultan, seinen Bündnispartner, &#8222;den kranken Mann am Bosporus&#8220;, und schenkt ihm Likör ein. Mehmed V., schwer lädiert auf Krücken und mit verstümmelter Nase, hat seinen rechten Arm im Verband. Er ist so verstümmelt wie sein Osmanisches Reich, das im ersten Balkankrieg 1912/13 zahlreiche Gebiete an den Balkanbund verloren hat. Das, was dem Osmanen abgeschnitten wurde, trägt der bulgarische Zar übergewichtig auf dem Leib.<br />
Am rechten Bildrand steht Wilhelms Cousin, der englische König Georg V. Er sieht dem russischen Zar Nikolaus II., ebenfalls ein Cousin, zum Verwechseln ähnelt. Nur die Uniformen der beiden und das Kriegsschiff, das Georg als Symbol für Englands Flottenpolitik im Arm hält, erlauben eine klare Zuweisung. Wilhelm, Georg und Nikolaus haben übrigens die gleiche Großmutter: Die englische Königin Viktoria. Dies hindert Wilhelm aber nicht daran, seine deutschen Großmachtansprüche durch zunehmende Aufrüstung und immer wieder verbal Kund zu tun, was fatalerweise den westeuropäischen Rüstungswettlauf weiter ankurbelt.</p>
<p>Nach dem ersten Balkankrieg wurde im Mai 1913 in London zunächst Frieden geschlossen, die Türkei verlor fast alle ihre europäischen Besitzungen bis auf ein kleines Gebiet um Konstantinopel. Diese komplexe politische und territoriale Situation hält Ogé geschickt auf dem Plakat fest. Nur wenige Wochen später brach jedoch der Balkanbund wegen konkurrierender Territorialansprüche auseinander und die Bündnisse verschoben sich: Ab dem 29. Juni kämpfte im zweiten Balkankrieg Bulgarien gegen Serbien und Griechenland, aus dem Serbien im August 1913 als Sieger hervorging, während Bulgarien einen Großteil der im ersten Balkankrieg erlangten Gebiete wieder verlor. Das Plakat entsprach also bald nach Drucklegung nicht mehr der aktuellen politischen Situation und wurde daher nie öffentlich ausgehängt. In ihm spiegelt sich im Stil der Belle Epoque Glanz und Macht der europäischen Monarchien Deutschland, Österreich und Russland kurz vor ihrem Untergang, den der Erste Weltkrieg forcierte. Auf dem Plakat sind nur zwei demokratische Staaten vertreten: Frankreich und Großbritannien, in dem der König nur noch eine überwiegend repräsentative Funktion ausübte. Alle anderen abgebildeten Monarchen ahnten schon damals, dass ihre Zeit vorbei war. Der Einfluss der Parlamente nahm stetig zu und eine Demokratisierung, sei sie auf gewaltsame oder friedliche Weise errungen, stand kurz bevor. Doch irrten Monarchen darin, dass ein Krieg sie davor bewahren könnte.</p>
<figure id="attachment_1057" aria-describedby="caption-attachment-1057" style="width: 548px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1057" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/La-Menthe-1904-300x196.jpg" alt="Vorläufer-Plakat von 1904, überwiegend mit anderen Personen" width="558" height="365" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/La-Menthe-1904-300x196.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/La-Menthe-1904-150x98.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/La-Menthe-1904.jpg 692w" sizes="(max-width: 558px) 100vw, 558px" /><figcaption id="caption-attachment-1057" class="wp-caption-text">Vorläufer-Plakat von 1904, überwiegend mit anderen Personen</figcaption></figure>
<p>Schon 1904 hatte ein ähnliches Plakat Ogés das Haager Tribunal zum Thema. Zum Teil sind auf ihm die dieselben Staatsoberhäupter, wie der deutsche Kaiser und der italienische König, um den runden Tisch versammelt und trinken den Menthe Pastille, der laut Werbslogan die Welt in Leidenschaft versetzt. Es sind aber auch außereuropäische Politiker oder Staatsoberhäupter anwesend, wie der japanische Kaiser, dem Wilhelm II. Likör einschenkt. Rechts sitzt auf einer Likörkiste Uncle Sam als Sinnbild des US-amerikanischen Präsidenten, auf dem Schoß einen schwarzen Säugling, dem er den süßen Alkohol einflößt. Die Verhandlungen verlaufen friedlich, man unterschreibt Papiere, die Atmosphäre ist ungezwungen. Von einer Kriegsgefahr ist nichts zu spüren. Ganz anders auf dem Plakat von 1913: Hier sind nur europäische Staatsoberhäupter zu sehen, alle ziemlich angetrunken, damit die Kriegsgefahr vertrieben wird; es wird nicht diskutiert, sondern nur beschwichtigt, gelächelt, geprostet. Doch das Geschehen auf dem Plakat blieb Utopie. Die dritte Haager Friedenskonferenz wurde im Juni 1913 wegen des zweiten Balkankriegs von 1914 auf 1915 verschoben. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs machte aber auch diesen Plan zunichte. In den ersten beiden Haager Friedenskonferenzen, die als Vorläufer des Völkerbunds gelten, wurden zwar Programme für die Friedenssicherung und Verhaltensregeln für den Konfliktfall erstellt. Deutschland beachtete sie aber nicht, als seine Truppen im August 1914 durch das neutrale Belgien zog und dabei große Zerstörungen anrichtete.</p>
<p>Das Plakat von 1913 habe ich für das Dreiländermuseums Lörrach in der Museumsdatenbank Faust digitalisiert, inventarisiert und erschlossen.<br />
In dem Pariser Ausstellungskatalog zu Eugen 0gé von 1998 sind einige Personen auf dem Plakat falsch zugewiesen, beispielsweise der bulgarische Zar, was ich durch Porträtvergleiche richtigstellen konnte.  Das Plakat hatte ich in einer französischen Galerie entdeckt und dem Dreiländermuseum für eine Ausstellung vermittelt. Seit der NS-Zeit hatte die Galerie keinen Kontakt mehr mit deutschen Museen und Sammlern. Der jüdische Arzt und Sammler Hans Sachs (1881–1974) war dort ein häufiger Kunde,  er begründete 1910 die Zeitschrift „Das Plakat“ und besaß eine der weltweit größten Plakatsammlungen. Bedingt durch das nationalsozialistische Gewaltregime und den Zweiten Weltkrieg ging ein Teil seiner Sammlung verloren. Möglicherweise befand sich ein solches Plakat mit dem Pendant von 1904 in seiner Sammlung.</p>
<p>(c) Carola Hoécker</p>
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		<title>Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848:  Nicolas Koechlin, Fabrikant und Mäzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Sep 2024 05:32:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Etwas versteckt steht im Lörracher Hebelpark ein alter Gedenkstein aus Granit. Auf ihm ist eine Bronzeplatte eingelassen mit der Inschrift: „Ihrem durch Werke edlen Gemeinsinns verdienten Bürger Nikolaus Köchlin, Lörrach 1875.“ Es handelt sich um den Fabrikanten Nicolas Koechlin junior, ... <a title="Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848:  Nicolas Koechlin, Fabrikant und Mäzen" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/akteurinnen-auf-einem-revolutionsbild-von-1848-nicolas-koechlin-fabrikant-und-maezen/" aria-label="Mehr Informationen über Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848:  Nicolas Koechlin, Fabrikant und Mäzen">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_1200" aria-describedby="caption-attachment-1200" style="width: 288px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1200" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-300x225.jpg" alt="Gedenkstein an Koechlin im Hebelpark in Lörrach, Foto: C. Hoécker" width="298" height="223" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-300x225.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-1024x768.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-150x113.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-768x576.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-1536x1152.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-2048x1536.jpg 2048w" sizes="(max-width: 298px) 100vw, 298px" /><figcaption id="caption-attachment-1200" class="wp-caption-text">Gedenkstein an Nicolas Koechlin im Hebelpark in Lörrach, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p>Etwas versteckt steht im Lörracher Hebelpark ein alter Gedenkstein aus Granit. Auf ihm ist eine Bronzeplatte eingelassen mit der Inschrift: „Ihrem durch Werke edlen Gemeinsinns verdienten Bürger Nikolaus Köchlin, Lörrach 1875.“ Es handelt sich um den Fabrikanten Nicolas Koechlin junior, dessen Name verdeutscht wiedergegeben wurde. Mit der Geschichte seiner Familie ist das einstige Textilunternehmen KBC verknüpft, das die Industrialisierung Lörrachs im 19. Jahrhundert entscheidend voranbrachte und das Stadtbild beeinflusste: Das ausgedehnte Fabrikgelände mit Schornstein und der Gewerbekanal erinnern daran, aber auch der Bahnhof, der Rosenfels- und Hebelpark sowie repräsentative Wohngebäude wie die Villa Koechlin und Villa Eichele.</p>
<figure id="attachment_1201" aria-describedby="caption-attachment-1201" style="width: 226px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1201" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Koechlin-Stifterbild-Ausschnitt-Revolutionsbild-Foto-C.-Hoecker-208x300.jpg" alt="Gemäldeausschnitt mit Koechlin, DLM, Foto: C. Hoécker" width="236" height="340" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Koechlin-Stifterbild-Ausschnitt-Revolutionsbild-Foto-C.-Hoecker-208x300.jpg 208w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Koechlin-Stifterbild-Ausschnitt-Revolutionsbild-Foto-C.-Hoecker-709x1024.jpg 709w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Koechlin-Stifterbild-Ausschnitt-Revolutionsbild-Foto-C.-Hoecker-104x150.jpg 104w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Koechlin-Stifterbild-Ausschnitt-Revolutionsbild-Foto-C.-Hoecker-768x1109.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Koechlin-Stifterbild-Ausschnitt-Revolutionsbild-Foto-C.-Hoecker.jpg 1050w" sizes="(max-width: 236px) 100vw, 236px" /><figcaption id="caption-attachment-1201" class="wp-caption-text">Gemäldeausschnitt,  Koechlin und Ehefrau, DLM, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p>Im Gemälde „Der Einzug der Freischaren“ hat der Maler Friedrich Kaiser dem Mäzen Nicolas Koechlin ein Denkmal gesetzt. Dieser ist rechts im Vordergrund seitlich porträtiert, mit schwarzen Haaren und Backenbart. Wie Kaiser war auch er Mitglied des Karlsruher Kunstvereins, wo das Bild ab Oktober 1848 ausgestellt wurde. Koechlin trägt einen schwarzen Gehrock, Zylinder und ein Hemd mit Stehkragen.</p>
<figure id="attachment_1204" aria-describedby="caption-attachment-1204" style="width: 384px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1204" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5_KBC-um-1870-Foto-C.-Hoecker-300x153.jpg" alt="Das Fabrikgelände von KBC um 1870" width="394" height="201" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5_KBC-um-1870-Foto-C.-Hoecker-300x153.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5_KBC-um-1870-Foto-C.-Hoecker-150x76.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5_KBC-um-1870-Foto-C.-Hoecker.jpg 525w" sizes="(max-width: 394px) 100vw, 394px" /><figcaption id="caption-attachment-1204" class="wp-caption-text">Das Fabrikgelände von KBC um 1870</figcaption></figure>
<p>Der liberale und einflussreiche Mitinhaberder Lörracher Textildruckerei „Peter Koechlin &amp; Söhne“ scheint alle Versammelten an Größe zu überragen. Er war vermutlich der Auftraggeber des Bildes, der dieses historische Ereignis vom 20. April 1848 festhalten lassen wollte. Nicht zuletzt seine Position am Bildrand vergleichbar einem religiösen Stifterbild der Renaissance, deutet darauf hin. Hinter ihm tummeln sich Arbeiter und Bedienstete; zu seiner Rechten steht seine Ehefrau Maria mit langem blonden Zopf, schwarzer Flügelhaube  und elegantem, eng geschnürtem weißen Kleid. Neben ihr ist Koechlins Schwester Rosina (1820–1850) zu sehen, die Ehefrau seines Geschäftsführers Léon Baumgartner (1819–1872). Letzterer ist vermutlich mit Koechlins &#8230; <a href="https://www.badische-zeitung.de/der-loerracher-fabrikant-nicolas-koechlin-war-ein-spendabler-unternehmer-und-liberaler" target="_blank" rel="noopener">Hier gehts weiter</a></p>
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		<title>Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848: Marcus Pflüger, Hirschenwirt und Wahlmann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 May 2024 11:06:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Auf dem Gemälde „Einzug der Freischaren unter Weißhaar“ von 1848, das in der Ausstellung des Dreiländermuseums zu sehen ist, hat der Maler Friedrich Kaiser hinter den versammelten Gemeinderäten den Hirschenwirt und Posthalter Marcus Pflüger (1824–1907) im Profil porträtiert. Pflüger war ... <a title="Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848: Marcus Pflüger, Hirschenwirt und Wahlmann" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/200-jahre-marcus-pflueger-er-ist-eine-der-bedeutendsten-persoenlichkeiten-der-loerracher-geschichte/" aria-label="Mehr Informationen über Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848: Marcus Pflüger, Hirschenwirt und Wahlmann">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_1154" aria-describedby="caption-attachment-1154" style="width: 355px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1154" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Pflueger_rechter-Bildrand-300x286.jpg" alt="Der Gemeinderat und Wahlmann Marcus Pflüger am 20. April 1848 in Lörrach, ganz rechts mit Zylinder, Frack und weißer Weste, Gemäldeausschnitt, Dreiländermuseum Lörrach, Foto: C. Hoécker" width="365" height="348" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Pflueger_rechter-Bildrand-300x286.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Pflueger_rechter-Bildrand-1024x975.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Pflueger_rechter-Bildrand-150x143.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Pflueger_rechter-Bildrand-768x731.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Pflueger_rechter-Bildrand.jpg 1352w" sizes="(max-width: 365px) 100vw, 365px" /><figcaption id="caption-attachment-1154" class="wp-caption-text">Der Gemeinderat und Wahlmann Marcus Pflüger am 20. April 1848,, ganz rechts mit Zylinder und weißer Weste, Gemäldeausschnitt, DLM Lörrach, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p style="text-align: left;">Auf dem Gemälde „Einzug der Freischaren unter Weißhaar“ von 1848, das in der Ausstellung des Dreiländermuseums zu sehen ist, hat der Maler Friedrich Kaiser hinter den versammelten Gemeinderäten den Hirschenwirt und Posthalter Marcus Pflüger (1824–1907) im Profil porträtiert.</p>
<p style="text-align: left;">Pflüger war Mitgründer der Lörracher Bürgerwehr. Jedoch trägt er nicht deren Uniform, wie die vor ihm stehenden Gemeinderäte, sondern einen eleganten Frack mit weißem Hemd, Weste und Zylinder. In seiner rechten Hand hält er eine Reitgerte, in der linken eine Zigarre. Streng blickt er zu Joseph Weißhaar auf, der auf seinem Pferd mit gezücktem Säbel die Lörracher beschimpft, weil sie sich den Freischärlern nicht anschließen wollen. Wenige Tage zuvor hatte die Bürgerversammlung Pflüger zusammen mit Friedrich Müller, Gastwirt aus Grenzach, als Gesandte nach Karlsruhe geschickt. Dort rieten ihnen die Abgeordneten des badischen Parlaments davon ab, sich am Heckerzug zu beteiligen.</p>
<figure id="attachment_1155" aria-describedby="caption-attachment-1155" style="width: 259px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1155" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2.-BuchPraemiePflueger_Paedagogium_1837-300x225.jpg" alt="" width="269" height="202" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2.-BuchPraemiePflueger_Paedagogium_1837-300x225.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2.-BuchPraemiePflueger_Paedagogium_1837-1024x768.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2.-BuchPraemiePflueger_Paedagogium_1837-150x113.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2.-BuchPraemiePflueger_Paedagogium_1837-768x576.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2.-BuchPraemiePflueger_Paedagogium_1837-1536x1152.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2.-BuchPraemiePflueger_Paedagogium_1837-2048x1536.jpg 2048w" sizes="(max-width: 269px) 100vw, 269px" /><figcaption id="caption-attachment-1155" class="wp-caption-text">Buchpreis des Pädagogium, Eintrag rechts, 1837, Hermann-Pflüger-Stiftung Freiburg, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p>Marcus Pflüger wurde vor 200 Jahren, am 8. Mai 1824, in der Turmstraße 1 geboren. Seinen Eltern gehörte dort das Gasthaus zum Hirschen, das sie ausbauten und über die Grenze hinaus bekannt machten. Pflüger besuchte das Pädagogium in Lörrach, wo er als fleißiger, exzellenter Schüler zum Examen 1837 einen Preis bekam. Auf einem Internat in Lausanne erwarb er kaufmännische Kenntnisse, anschließend absolvierte er in renommierten Hotels im In- und Ausland seine Lehrzeit. Nach dem frühen Tod seines Vaters übernahm er 1846 mit seiner Mutter Elisabeth das große Gasthaus mit Posthalterei, Landwirtschaft und Weinbergen.</p>
<figure id="attachment_1156" aria-describedby="caption-attachment-1156" style="width: 189px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1156" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-das-Muetterli-Elisabeth-Liseli-Pflueger-geb.-Senn-250x300.jpg" alt="" width="199" height="239" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-das-Muetterli-Elisabeth-Liseli-Pflueger-geb.-Senn-250x300.jpg 250w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-das-Muetterli-Elisabeth-Liseli-Pflueger-geb.-Senn-854x1024.jpg 854w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-das-Muetterli-Elisabeth-Liseli-Pflueger-geb.-Senn-125x150.jpg 125w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-das-Muetterli-Elisabeth-Liseli-Pflueger-geb.-Senn-768x921.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-das-Muetterli-Elisabeth-Liseli-Pflueger-geb.-Senn-1281x1536.jpg 1281w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-das-Muetterli-Elisabeth-Liseli-Pflueger-geb.-Senn-1708x2048.jpg 1708w" sizes="(max-width: 199px) 100vw, 199px" /><figcaption id="caption-attachment-1156" class="wp-caption-text">Die Mutter Elisabeth Pflüger, um 1845, Ölgemälde von Johann Friedrich Grether, Hermann-Pflüger-Stiftung Freiburg, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p>Beeinflusst von den politischen Umbrüchen in der Schweiz engagierte sich der umtriebige Pflüger für freiheitliche Ideen. Dem ersten Badischen Aufstand unter Hecker im April 1848 stand er als Wahlmann zunächst ablehnend gegenüber. Er erhoffte ein vereintes, parlamentarisches Deutschland auf legalem Weg. Enttäuscht von den Ergebnissen der Frankfurter Nationalversammlung änderte er jedoch seine Ansicht. Beim zweiten Badischen Aufstand unter Struve beteiligte er sich als Hauptmann der Lörracher Bürgerwehr. Im September 1848 kämpfte er mit seiner Mannschaft gegen die weit überlegenen Regierungstruppen. Im letzten Moment konnte er sich auf seinem Postschimmel vor deren Kugeln retten und floh mit anderen Freischärlern in die Schweiz.</p>
<figure id="attachment_1158" aria-describedby="caption-attachment-1158" style="width: 175px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1158 size-medium" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5-Marcus-Pflueger-in-einem-Fotoalbum-1868-185x300.jpg" alt="Marcus Pflüger, um 1860, DLM Lörrach, Repro: C. Hoécker" width="185" height="300" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5-Marcus-Pflueger-in-einem-Fotoalbum-1868-185x300.jpg 185w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5-Marcus-Pflueger-in-einem-Fotoalbum-1868-633x1024.jpg 633w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5-Marcus-Pflueger-in-einem-Fotoalbum-1868-93x150.jpg 93w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5-Marcus-Pflueger-in-einem-Fotoalbum-1868-768x1242.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5-Marcus-Pflueger-in-einem-Fotoalbum-1868.jpg 926w" sizes="(max-width: 185px) 100vw, 185px" /><figcaption id="caption-attachment-1158" class="wp-caption-text">Marcus Pflüger, um 1860, DLM Lörrach, Repro: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p>Nach der Revolution heiratete Pflüger Johanna, die Schwester seines Freundes Friedrich Müller. In Abwesenheit wurde dieser wegen seiner revolutionären Umtriebe zu zwei Jahren Haft verurteilt. Marcus unterstützte Friedrich im Exil und reiste mehrmals in die Schweiz. Ein preußischer Generalleutnant, der sich mit der Pflüger-Familie in Lörrach angefreundet hatte, warnte ihn in einem Brief an seine Mutter „vor allen geheimen und offenen politischen Verbindungen“, da er beobachtet würde und unter Verdacht stünde mit seinem Schwager in der Schweiz „in dieser Beziehung sehr thätig und wirksam zu seyn“. Pflüger nahm den Rat zu Herzen und wurde erst ab 1858, nach der Geburt seines jüngsten Sohnes Emil, wieder politisch aktiv. Bald war er in allen wichtigen städtischen Gremien vertreten, gründete 1860 die grenzüberschreitend arbeitende Wiesental-Eisenbahngesellschaft AG, die erste Kreishypothekenbank in Baden und eine Kreispflegeanstalt, die später nach ihm benannt wurde.<br />
Die Lörracher Kreishypothekenbank war Vorreiter der Rheinischen Hypothekenbank in Mannheim, in der Pflüger viele Jahre lang Mitglied des Aufsichtsrats war. Dort waren bedeutende Unternehmer wie Friedrich Engelhorn und Carl Reiss vertreten. Für sein vielfältiges Engagement und seine Verdienste zeichnete der Großherzog Marcus Pflüger mit dem badischen Ritterkreuz erster Klasse aus. Damit war er der erste Ex-Revolutionär, der in Baden diese so hohe Auszeichnung erhielt.</p>
<figure id="attachment_1160" aria-describedby="caption-attachment-1160" style="width: 403px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1160" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-7-Beerdigungszug-Pfluegers-Sept.-1907-300x207.jpg" alt="Begräbniszug Marcus Pflügers durch die Basler Straße im September 1907, begleitet von der Freiwilligen Feuerwehr, die er gründete und deren erster Kommandant er bis 1871 war, Stadtarchiv Lörrach " width="413" height="285" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-7-Beerdigungszug-Pfluegers-Sept.-1907-300x207.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-7-Beerdigungszug-Pfluegers-Sept.-1907-1024x707.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-7-Beerdigungszug-Pfluegers-Sept.-1907-150x104.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-7-Beerdigungszug-Pfluegers-Sept.-1907-768x530.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-7-Beerdigungszug-Pfluegers-Sept.-1907-1536x1061.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-7-Beerdigungszug-Pfluegers-Sept.-1907-2048x1414.jpg 2048w" sizes="(max-width: 413px) 100vw, 413px" /><figcaption id="caption-attachment-1160" class="wp-caption-text">Begräbniszug Marcus Pflügers in der Basler Straße im September 1907, im Hintergund links das alte Amtshaus, Stadtarchiv Lörrach</figcaption></figure>
<p>Als erster Lörracher wurde Pflüger 1874 in den Reichstag gewählt, zunächst für den Wahlkreis Lörrach-Müllheim und ab 1890, nach einem Rechtsruck in Lörrach, für Karlsruhe-Bruchsal. Zugleich war er fast 30 Jahre lang Abgeordneter im badischen Landtag in Karlsruhe. Fast alle seiner politischen Ämter führte er ehrenamtlich aus. Seine politische Karriere wäre jedoch ohne die Unterstützung seiner Mutter Elisabeth und seiner Ehefrau Johanna nicht möglich gewesen.<br />
Der vielseitige Pflüger war ein Mann der Zahlen. Im Reichstag wurde er, wie schon im badischen Parlament, in die Budgetkommission gewählt, eine Aufgabe, die ihm auf den Leib geschnitten war. Rasch freundete sich der gesellige Pflüger mit seinen überwiegend norddeutschen, preußischen Parteikollegen und Sprechern der Linksliberalen an. Die größten Gefahren für die Demokratie sah Pflüger in der Bismarckverehrung, Sozialistenverfolgung, Militarisierung, Kolonialisierung und den Antisemiten. In einer Wahlrede in Karlsruhe bezeichnete er die Antisemiten als „Schandfleck des 19. Jahrhunderts“.</p>
<p>1898 erinnerte er in einer großen Jubiläumsfeier in seinem Gasthaus in Lörrach an die Revolution. Dabei stellte er auch das Revolutionsgemälde des Malers Friedrich Kaiser aus, das er von dessen Erben erworben hatte. Sein Leben lang war Pflüger überzeugt, dass die Revolution trotz ihres Scheiterns ein erster wichtiger Schritt zur Demokratisierung Deutschlands war.</p>
<p>Text: Carola Hoécker</p>
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		<title>Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848: Der Arzt und Journalist Eduard Kaiser (1813-1903)</title>
		<link>https://buch-und-museum.de/aktuelles/akteurinnen-auf-einem-revolutionsbild-von-1848-der-arzt-und-journalist-eduard-kaiser-1813-1903/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Nov 2023 00:32:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Eduard Kaiser, Chronist und Bruder des Malers Friedrich Kaiser, intellektueller Freigeist und unabhängiger Denker, zählt zu den schillerndsten Persönlichkeiten der Lörracher Geschichte. Ausführlich beschrieb der umtriebige Arzt, Journalist und Politiker in seinen Lebenserinnerungen die revolutionären Ereignisse und erwies sich dabei ... <a title="Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848: Der Arzt und Journalist Eduard Kaiser (1813-1903)" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/akteurinnen-auf-einem-revolutionsbild-von-1848-der-arzt-und-journalist-eduard-kaiser-1813-1903/" aria-label="Mehr Informationen über Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848: Der Arzt und Journalist Eduard Kaiser (1813-1903)">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Eduard Kaiser, Chronist und Bruder des Malers Friedrich Kaiser, intellektueller Freigeist und unabhängiger Denker, zählt zu den schillerndsten Persönlichkeiten der Lörracher Geschichte. Ausführlich beschrieb der umtriebige Arzt, Journalist und Politiker in seinen Lebenserinnerungen die revolutionären Ereignisse und erwies sich dabei als genauer Beobachter.</p>
<figure id="attachment_999" aria-describedby="caption-attachment-999" style="width: 582px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-999" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/1Eduard_Kaiser_Revolutionsbild_rechts1-300x107.jpg" alt="" width="592" height="211" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/1Eduard_Kaiser_Revolutionsbild_rechts1-300x107.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/1Eduard_Kaiser_Revolutionsbild_rechts1-1024x364.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/1Eduard_Kaiser_Revolutionsbild_rechts1-150x53.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/1Eduard_Kaiser_Revolutionsbild_rechts1-768x273.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/1Eduard_Kaiser_Revolutionsbild_rechts1-1536x547.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/1Eduard_Kaiser_Revolutionsbild_rechts1.jpg 1877w" sizes="(max-width: 592px) 100vw, 592px" /><figcaption id="caption-attachment-999" class="wp-caption-text">Gemäldeausschnitt, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p>Auf dem Gemälde seines Bruders Friedrich, das den Einzug der Freischärler im April 1848  darstellt, ist er eine der Schlüsselfiguren: Im Frack und mit Zylinder steht er am Marktbrunnen im Kreis seiner Geschwister und schaut den Betrachter direkt aus dem Bild heraus an. Sein Blick ist in Richtung Amtshaus gerichtet, das 1914 abgerissen wurde. In der Bildmitte ist Eduard ein zweites Mal in Seitenansicht und detaillierter dargestellt, den Freischärlern und ihrem Anführer Joseph Weißhaar zu Pferd gegenüberstehend.</p>
<p style="text-align: left;">Der 1813 in Weisweil geborene Eduard Kaiser wuchs als ältester Sohn eines Landchirurgen in Lörrach auf. Seinen ursprünglichen Wunsch, Maler&#8230; <a href="https://www.badische-zeitung.de/eduard-kaiser-war-zur-revolutionszeit-in-loerrach-ein-liberaler-mit-augenmass" target="_blank" rel="noopener">Weiteres finden Sie hier</a></p>
<figure id="attachment_1006" aria-describedby="caption-attachment-1006" style="width: 176px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1006" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/4-Franz-von-Roggenbach-1862-DLM-Foto-Carola-Hoecker-204x300.jpg" alt="" width="186" height="274" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/4-Franz-von-Roggenbach-1862-DLM-Foto-Carola-Hoecker-204x300.jpg 204w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/4-Franz-von-Roggenbach-1862-DLM-Foto-Carola-Hoecker-697x1024.jpg 697w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/4-Franz-von-Roggenbach-1862-DLM-Foto-Carola-Hoecker-102x150.jpg 102w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/4-Franz-von-Roggenbach-1862-DLM-Foto-Carola-Hoecker-768x1128.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/4-Franz-von-Roggenbach-1862-DLM-Foto-Carola-Hoecker-1046x1536.jpg 1046w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/4-Franz-von-Roggenbach-1862-DLM-Foto-Carola-Hoecker.jpg 1210w" sizes="(max-width: 186px) 100vw, 186px" /><figcaption id="caption-attachment-1006" class="wp-caption-text"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Roggenbach" target="_blank" rel="noopener">Franz von Roggenbach</a>  überzeugte Eduard Kaiser davon, eine Autobiografie zu schreiben. 1862, Lithografie, DLM Lörrach, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<figure id="attachment_1180" aria-describedby="caption-attachment-1180" style="width: 177px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1180" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/StaLoe2.66.326v-194x300.jpg" alt="Friedrich von Preen, Oberamtmann in Lörrach, um 1864, Stadtarchiv Lörrach" width="187" height="289" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/StaLoe2.66.326v-194x300.jpg 194w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/StaLoe2.66.326v-662x1024.jpg 662w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/StaLoe2.66.326v-97x150.jpg 97w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/StaLoe2.66.326v-768x1188.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/StaLoe2.66.326v-993x1536.jpg 993w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/StaLoe2.66.326v-1324x2048.jpg 1324w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/StaLoe2.66.326v-scaled.jpg 1655w" sizes="(max-width: 187px) 100vw, 187px" /><figcaption id="caption-attachment-1180" class="wp-caption-text">Friedrich von Preen freundete sich als Oberamtmann in Lörrach mit Eduard Kaiser und Jacob Burckhart an, um 1864, Stadtarchiv Lörrach</figcaption></figure>
<figure id="attachment_997" aria-describedby="caption-attachment-997" style="width: 163px" class="wp-caption alignright"><a href="https://www.badische-zeitung.de/eduard-kaiser-war-zur-revolutionszeit-in-loerrach-ein-liberaler-mit-augenmass" target="_blank" rel="noopener"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-997" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/3-Eduard-Kaiser-1868-Carte-de-Visite-fuer-Marcus-Pflueger-157x300.jpg" alt="" width="173" height="331" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/3-Eduard-Kaiser-1868-Carte-de-Visite-fuer-Marcus-Pflueger-157x300.jpg 157w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/3-Eduard-Kaiser-1868-Carte-de-Visite-fuer-Marcus-Pflueger-78x150.jpg 78w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/3-Eduard-Kaiser-1868-Carte-de-Visite-fuer-Marcus-Pflueger.jpg 302w" sizes="(max-width: 173px) 100vw, 173px" /></a><figcaption id="caption-attachment-997" class="wp-caption-text">Eduard Kaiser, 1868, Carte de Visite für Marcus Pflüger, DLM Lörrach. Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<figure id="attachment_1186" aria-describedby="caption-attachment-1186" style="width: 248px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1186" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Jacob-Burckhard-228x300.jpg" alt="" width="258" height="339" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Jacob-Burckhard-228x300.jpg 228w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Jacob-Burckhard-114x150.jpg 114w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Jacob-Burckhard.jpg 441w" sizes="(max-width: 258px) 100vw, 258px" /><figcaption id="caption-attachment-1186" class="wp-caption-text">Der Basler Gelehrte Jacob Burckhardt tauschte sich mit Eduard Kaiser und Preen regelmäßig aus, Carte de Visite für Marcus Pflüger, 1875, DLM Lörrach</figcaption></figure>
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