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	<title>Großherzogtum Baden &#8211; Buch &amp; Museum</title>
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		<title>„Ich hab´ so gern die grüne Au statt Akten im Gesicht.“ Der badische Jurist Max Heinsheimer  (1832–1892)</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jul 2025 01:14:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am Rhein bei Karlsruhe erinnert unweit des 1853 errichteten Tulla-Denkmals ein schlichter, etwas verwitterter Gedenkstein an den Tod des badischen Juristen Max Heinsheimer. Auf dem vorderseitigen, geglätteten Innenfeld sind seine Namensinitialen mit Sterbedatum eingraviert. Heinsheimer entstammte einer jüdischen Familie aus ... <a title="„Ich hab´ so gern die grüne Au statt Akten im Gesicht.“ Der badische Jurist Max Heinsheimer  (1832–1892)" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/blog/ich-hab-so-gern-die-gruene-au-statt-akten-im-gesicht-der-badische-jurist-max-heinsheimer-1832-1892/" aria-label="Mehr Informationen über „Ich hab´ so gern die grüne Au statt Akten im Gesicht.“ Der badische Jurist Max Heinsheimer  (1832–1892)">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_1334" aria-describedby="caption-attachment-1334" style="width: 346px" class="wp-caption alignright"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-1334 " src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer_Gedenkstein_KA_Rhein-225x300.jpg" alt="Gedenkstein für Max Heinsheimer am Rhein bei Karlsruhe, Foto: Carola Hoécker" width="356" height="474" data-wp-editing="1" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer_Gedenkstein_KA_Rhein-225x300.jpg 225w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer_Gedenkstein_KA_Rhein-768x1024.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer_Gedenkstein_KA_Rhein-113x150.jpg 113w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer_Gedenkstein_KA_Rhein-1152x1536.jpg 1152w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer_Gedenkstein_KA_Rhein-1536x2048.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer_Gedenkstein_KA_Rhein.jpg 1920w" sizes="(max-width: 356px) 100vw, 356px" /><figcaption id="caption-attachment-1334" class="wp-caption-text">Gedenkstein für Max Heinsheimer am Rhein bei Karlsruhe, Foto: Carola Hoécker</figcaption></figure>
<p>Am Rhein bei Karlsruhe erinnert unweit des 1853 errichteten Tulla-Denkmals ein schlichter, etwas verwitterter Gedenkstein an den Tod des badischen Juristen Max Heinsheimer. Auf dem vorderseitigen, geglätteten Innenfeld sind seine Namensinitialen mit Sterbedatum eingraviert.</p>
<p>Heinsheimer entstammte einer jüdischen Familie aus Bretten. Zwei seiner jüngeren Geschwister wanderten in den 1850er-Jahren in die USA aus, wo Juden als gleichberechtigte Staatsbürger bessere Arbeitsbedingungen hatten. Max blieb in Deutschland und hatte Glück: Nach dem Jurastudium an der Universität Heidelberg absolvierte er sein Referendariat in Freiburg im Breisgau. Die 1862 im Großherzogtum Baden gesetzlich festgelegte Gleichberechtigung der Juden erlaubte ihm den Weg in den Staatsdienst, was seinem Vater als Jurist noch verwehrt gewesen war. Enthusiastisch feierte Max Heinsheimer in einer Rede vor der jüdischen Gemeinde in Freiburg 1863 diese Gleichstellung zusammen mit dem 50-jährigen Jubiliäum der Völkerschlacht bei Leipzig.</p>
<p>Im Folgejahr arbeite Heinsheimer als Sekretär am Freiburger Hofgericht und bis 1868 in Lörrach als Kreisgerichtsassessor. Nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 war er zunächst als Kreisgerichtsrat in Mannheim tätig, wo er sich als Nationalliberaler für die Lokalpolitik engagierte. 1879 wechselte er nach Karlsruhe ans Oberlandesgericht. Als Herausgeber der Zeitschrift für Französisches Zivilrecht veröffentlichte er Aufsätze zum badischen, französischen und englischen Recht. Er wirkte auch bei den Vorarbeiten zum Bürgerlichen Gesetzbuch mit. Sein ältester Sohn, der Jurist Karl Heinsheimer (1869–1929), sollte später als Universitätsprofessor in Heidelberg das Seminar für internationales Wirtschaftsrecht gründen.</p>
<figure id="attachment_1333" aria-describedby="caption-attachment-1333" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-1333" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer-Max-Portraet-200x300.jpg" alt="" width="320" height="480" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer-Max-Portraet-200x300.jpg 200w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer-Max-Portraet-684x1024.jpg 684w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer-Max-Portraet-100x150.jpg 100w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer-Max-Portraet-768x1151.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer-Max-Portraet.jpg 797w" sizes="(max-width: 320px) 100vw, 320px" /><figcaption id="caption-attachment-1333" class="wp-caption-text">Max Heinsheimer 1868, Dreiländermuseum Lörrach, Repro: Carola Hoécker</figcaption></figure>
<p>Vor einigen Jahren stieß ich In einem Privatnachlass in Freiburg auf einen Briefumschlag mit einem Foto und Abschiedsgedicht Heinsheimers vom 20. August 1868 an Johanna Pflüger (geb. Müller). Zusammen mit ihrem Ehemann Marcus Pflüger führte sie in Lörrach das Gasthaus zum Hirschen, wo Heinsheimer Tischabonnent war. In höchsten Tönen lobt er die Gastfreundschaft des „Mütterlein“ und ihren Oberländer Wein. Auch schreibt er: „Ich hab so gern die grüne Au / statt Akten im Gesicht“. Die grüne Au ist womöglich eine Anspielung auf Psalm 23 („Der Herr ist mein Hirte / mir wird nichts mangeln. / Er weidet mich auf einer grünen Aue / und führet mich zum frischen Wasser“).<br />
Vielleicht dachte der Oberlandesgerichtsrat Max Heinsheimer an diesen Psalm, als er unter Depressionen leidend im Rhein bei Maxau (Karlsruhe) den Tod suchte. Seit dem 4. Januar 1892 galt er als vermisst, einen Teil seiner Kleidung hatte er in der Nähe des heutigen Gedenksteins liegen lassen. Am 17. Februar gab sein Sohn Karl eine Suchanzeige in den Zeitungen auf (u.a. im Generalanzeiger der Stadt Mannheim) mit einer Beschreibung seines Vaters. Am 24. Juni bot er 400 Mark als Belohnung für dessen Auffinden an.  Doch erst nach zweieinhalb Jahren, am 30. Juli 1894, wurde die Leiche seines Vaters im Rhein bei Leopoldshafen gefunden, wie der Generalanzeiger am darauffolgenden Tag meldete. In den Badischen Biografien blieb sein Freitod unerwähnt, auch die spätere Literatur verschweigt ihn. Im Unterschied zum Tulla-Denkmal gibt es für den Gedenkstein bis heute vor Ort keine Erläuterungstafeln oder andere Hinweise.</p>
<p>Vgl. zu Quellen und Literatur: Carola Hoécker, Vom Freischärler zum Parlamentarier, Karlsruhe, Bretten 2019, S. 47f.</p>
<p>© Carola Hoécker, 20.07.2025</p>
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		<title>Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848:  Nicolas Koechlin, Fabrikant und Mäzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Sep 2024 05:32:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Etwas versteckt steht im Lörracher Hebelpark ein alter Gedenkstein aus Granit. Auf ihm ist eine Bronzeplatte eingelassen mit der Inschrift: „Ihrem durch Werke edlen Gemeinsinns verdienten Bürger Nikolaus Köchlin, Lörrach 1875.“ Es handelt sich um den Fabrikanten Nicolas Koechlin junior, ... <a title="Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848:  Nicolas Koechlin, Fabrikant und Mäzen" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/akteurinnen-auf-einem-revolutionsbild-von-1848-nicolas-koechlin-fabrikant-und-maezen/" aria-label="Mehr Informationen über Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848:  Nicolas Koechlin, Fabrikant und Mäzen">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_1200" aria-describedby="caption-attachment-1200" style="width: 288px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class=" wp-image-1200" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-300x225.jpg" alt="Gedenkstein an Koechlin im Hebelpark in Lörrach, Foto: C. Hoécker" width="298" height="223" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-300x225.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-1024x768.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-150x113.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-768x576.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-1536x1152.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-2048x1536.jpg 2048w" sizes="(max-width: 298px) 100vw, 298px" /><figcaption id="caption-attachment-1200" class="wp-caption-text">Gedenkstein an Nicolas Koechlin im Hebelpark in Lörrach, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p>Etwas versteckt steht im Lörracher Hebelpark ein alter Gedenkstein aus Granit. Auf ihm ist eine Bronzeplatte eingelassen mit der Inschrift: „Ihrem durch Werke edlen Gemeinsinns verdienten Bürger Nikolaus Köchlin, Lörrach 1875.“ Es handelt sich um den Fabrikanten Nicolas Koechlin junior, dessen Name verdeutscht wiedergegeben wurde. Mit der Geschichte seiner Familie ist das einstige Textilunternehmen KBC verknüpft, das die Industrialisierung Lörrachs im 19. Jahrhundert entscheidend voranbrachte und das Stadtbild beeinflusste: Das ausgedehnte Fabrikgelände mit Schornstein und der Gewerbekanal erinnern daran, aber auch der Bahnhof, der Rosenfels- und Hebelpark sowie repräsentative Wohngebäude wie die Villa Koechlin und Villa Eichele.</p>
<figure id="attachment_1201" aria-describedby="caption-attachment-1201" style="width: 226px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1201" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Koechlin-Stifterbild-Ausschnitt-Revolutionsbild-Foto-C.-Hoecker-208x300.jpg" alt="Gemäldeausschnitt mit Koechlin, DLM, Foto: C. Hoécker" width="236" height="340" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Koechlin-Stifterbild-Ausschnitt-Revolutionsbild-Foto-C.-Hoecker-208x300.jpg 208w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Koechlin-Stifterbild-Ausschnitt-Revolutionsbild-Foto-C.-Hoecker-709x1024.jpg 709w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Koechlin-Stifterbild-Ausschnitt-Revolutionsbild-Foto-C.-Hoecker-104x150.jpg 104w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Koechlin-Stifterbild-Ausschnitt-Revolutionsbild-Foto-C.-Hoecker-768x1109.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Koechlin-Stifterbild-Ausschnitt-Revolutionsbild-Foto-C.-Hoecker.jpg 1050w" sizes="(max-width: 236px) 100vw, 236px" /><figcaption id="caption-attachment-1201" class="wp-caption-text">Gemäldeausschnitt,  Koechlin und Ehefrau, DLM, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p>Im Gemälde „Der Einzug der Freischaren“ hat der Maler Friedrich Kaiser dem Mäzen Nicolas Koechlin ein Denkmal gesetzt. Dieser ist rechts im Vordergrund seitlich porträtiert, mit schwarzen Haaren und Backenbart. Wie Kaiser war auch er Mitglied des Karlsruher Kunstvereins, wo das Bild ab Oktober 1848 ausgestellt wurde. Koechlin trägt einen schwarzen Gehrock, Zylinder und ein Hemd mit Stehkragen.</p>
<figure id="attachment_1204" aria-describedby="caption-attachment-1204" style="width: 384px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1204" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5_KBC-um-1870-Foto-C.-Hoecker-300x153.jpg" alt="Das Fabrikgelände von KBC um 1870" width="394" height="201" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5_KBC-um-1870-Foto-C.-Hoecker-300x153.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5_KBC-um-1870-Foto-C.-Hoecker-150x76.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5_KBC-um-1870-Foto-C.-Hoecker.jpg 525w" sizes="(max-width: 394px) 100vw, 394px" /><figcaption id="caption-attachment-1204" class="wp-caption-text">Das Fabrikgelände von KBC um 1870</figcaption></figure>
<p>Der liberale und einflussreiche Mitinhaberder Lörracher Textildruckerei „Peter Koechlin &amp; Söhne“ scheint alle Versammelten an Größe zu überragen. Er war vermutlich der Auftraggeber des Bildes, der dieses historische Ereignis vom 20. April 1848 festhalten lassen wollte. Nicht zuletzt seine Position am Bildrand vergleichbar einem religiösen Stifterbild der Renaissance, deutet darauf hin. Hinter ihm tummeln sich Arbeiter und Bedienstete; zu seiner Rechten steht seine Ehefrau Maria mit langem blonden Zopf, schwarzer Flügelhaube  und elegantem, eng geschnürtem weißen Kleid. Neben ihr ist Koechlins Schwester Rosina (1820–1850) zu sehen, die Ehefrau seines Geschäftsführers Léon Baumgartner (1819–1872). Letzterer ist vermutlich mit Koechlins &#8230; <a href="https://www.badische-zeitung.de/der-loerracher-fabrikant-nicolas-koechlin-war-ein-spendabler-unternehmer-und-liberaler" target="_blank" rel="noopener">Hier gehts weiter</a></p>
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