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	<title>Dreiländermuseum &#8211; Buch &amp; Museum</title>
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		<title>Ernst Wilhelm Schultz (1861-1953). Sammlungs- und Museumsgeschichte, Teil 1</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Dec 2023 16:00:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das Dreiländermuseum gäbe es nicht ohne Ernst Wilhelm Schultz, nach dem noch zu Lebzeiten in Lörrach eine Straße benannt wurde. Der 1861 in der Turmstraße geborene Sparkassendirektor war Gründer des städtischen Museums, das er als Konservator bis 1951 ehrenamtlich ausbaute ... <a title="Ernst Wilhelm Schultz (1861-1953). Sammlungs- und Museumsgeschichte, Teil 1" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/sammler-und-museumsgruender-ernst-wilhelm-schultz-1861-1953-geschichte-des-dreilaendermuseums-in-loerrach-teil-1/" aria-label="Mehr Informationen über Ernst Wilhelm Schultz (1861-1953). Sammlungs- und Museumsgeschichte, Teil 1">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Dreiländermuseum gäbe es nicht ohne Ernst Wilhelm Schultz, nach dem noch zu Lebzeiten in Lörrach eine Straße benannt wurde. Der 1861 in der Turmstraße geborene Sparkassendirektor war Gründer des städtischen Museums, das er als Konservator bis 1951 ehrenamtlich ausbaute und betreute. Seine umfangreiche Privatsammlung zur Kunst- und Kulturgeschichte des alemannischen Oberlandes bildet bis heute den Hauptbestand des Museums.</p>
<figure id="attachment_1022" aria-describedby="caption-attachment-1022" style="width: 290px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-1022" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2FLoeB471-Ecke-Turmstr-2ganz-links-Baslerstr.-Foto-Haus-Schultz-um-1870-300x235.jpg" alt="" width="300" height="235" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2FLoeB471-Ecke-Turmstr-2ganz-links-Baslerstr.-Foto-Haus-Schultz-um-1870-300x235.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2FLoeB471-Ecke-Turmstr-2ganz-links-Baslerstr.-Foto-Haus-Schultz-um-1870-1024x802.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2FLoeB471-Ecke-Turmstr-2ganz-links-Baslerstr.-Foto-Haus-Schultz-um-1870-150x117.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2FLoeB471-Ecke-Turmstr-2ganz-links-Baslerstr.-Foto-Haus-Schultz-um-1870-768x602.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2FLoeB471-Ecke-Turmstr-2ganz-links-Baslerstr.-Foto-Haus-Schultz-um-1870.jpg 1029w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-1022" class="wp-caption-text">Ernst Schultz mit seinen zwei jüngeren Brüdern vor dem Elternhaus in der Turmstraße 2 in Lörrach, um 1870, DLM Lörrach</figcaption></figure>
<p>Schultz entstammte einer linksliberalen Lörracher Seidenweber- und Knopfmacherfamilie, deren Geschichte sich in seiner Sammlung widerspiegelt: Sein Großvater, Besitzer einer Seidenweberei, war zweimaliger Bürgermeister. Sein Vater unterstützte die Revolution von 1848 und war in der wilhelminischen Gründerzeit ein erfolgreicher Kaufmann, der es zu einem großen Vermögen brachte. Seine Mutter, eine geborene Buser, kam aus Basel-Land. In der Schweiz lebten auch Verwandte seines Vaters, wie der Onkel Wilhelm Schulz (es gab eine z- und eine tz-Linie). Er war Drucker in Liestal und schrieb eine bedeutende Chronik zur Basler Kantonstrennung.<br />
Nach dem Gymnasium besuchte Ernst Schultz zusammen mit seinem Bruder Hermann die Handelsschule in Zürich und war ab 1880 Büroangestellter in Straßburg, wo er an der Universität Geschichte und Kunstgeschichte studierte. Im pfälzischen Wachenheim arbeitete er viele Jahre in der Verwaltung des Weinguts Bürklin-Wolf und bis 1903 als Direktor der Pfälzischen Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft. Marus Pflüger, dessen Gasthaus zum Hirschen dem Elternhaus von Schultz gegenüberlag, hatte ihm die Stelle bei Bürklin vermittelt, der wie Pflüger liberaler Reichstagsabgeordneter war. Pflüger sorgte auch dafür, dass Schultz 42-jährig wieder nach Lörrach zurückkehrte und zum Sparkassendirektor aufstieg.</p>
<figure id="attachment_1018" aria-describedby="caption-attachment-1018" style="width: 290px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-1018" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/ALoeVIII-624-Mitgliedskarte-Altertumsverein-storia-del-museo-300x195.jpg" alt="" width="300" height="195" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/ALoeVIII-624-Mitgliedskarte-Altertumsverein-storia-del-museo-300x195.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/ALoeVIII-624-Mitgliedskarte-Altertumsverein-storia-del-museo-1024x665.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/ALoeVIII-624-Mitgliedskarte-Altertumsverein-storia-del-museo-150x97.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/ALoeVIII-624-Mitgliedskarte-Altertumsverein-storia-del-museo-768x499.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/ALoeVIII-624-Mitgliedskarte-Altertumsverein-storia-del-museo.jpg 1520w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-1018" class="wp-caption-text"><em>Mitgliedskarte des Altertumsvereins mit dem Stadtwappen und den Gedenkmünzen des Stadtjubiläums in Lörrach, DLM Lörrach<br /></em></figcaption></figure>
<p>Anlässlich des 200-jährigen Stadtjubiläums gründete Schultz 1882 mit engagierten Lörrachern den Altertumsverein, dessen Präsident er wurde. Aus diesem ging 1923 das Museum hervor, das eigene Räumen in der Sparkasse bezog und den Lörrachern zunehmend ans Herz wuchs, wie Schenkungen bezeugen. Regelmäßig gab es Ausstellungen, die auch das Interesse der Grenznachbarn weckte. Zum 100. Todesjahr Johann Peter Hebels waren 1926 erstmals Autografen und Bilder des Museums in der Ausstellung der Universitätsbibliothek Basel zu sehen.<br />
Nach seiner Pension und Ernennung zum Konservator konnte sich Schultz ab 1927 endlich seinen Lebenstraum erfüllen und sich ganz und gar dem Museum widmen, das 1932 in der Hofküferei auf dem Burghof neue Räume erhielt. In Fachkreisen galt die Sammlung, von der wegen Platzmangels nur ein Bruchteil gezeigt werden konnte, schon damals als äußerst wertvoll. Die Benennung „Heimatmuseum“ war indes ein Provisorium. Schultz beabsichtige, es „Oberländisches Museum“ zu nennen, ganz in der Tradition des alemannischen Oberlandes von Johann Peter Hebel. Dabei kamen ihm jedoch die NS-Zeit und der Zweite Weltkrieg in die Quere.<br />
Neben dem Museumsverein und der Stadt Lörrach blieb Schultz der Hauptsponsor des Museums, in dessen Sammlung er sein ganzes Vermögen steckte. In idealer Weise vereinte er in sich kaufmännisches Wissen, profunde Kenntnisse der regionalen Kultur- und Kunstgeschichte sowie das Gespür für geeignete Ausstellungsobjekte. Interessiert verfolgte er den Aufbau des Historischen Museums Basel und orientierte sich an dessen Sammlungserfassung.<br />
Schultz war im Dreiland bestmöglich vernetzt. Zu seinen Freunden zählten der Maler Hermann Daur, mit dem er sich rege austauschte, der Keramiker Max Laeuger&#8230; <a href="https://www.badische-zeitung.de/ohne-ernst-schultz-wuerde-es-das-dreilaendermuseum-in-loerrach-nicht-geben" target="_blank" rel="noopener">Hier geht es weiter</a></p>
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		<title>Die Rheinkrise 1840/41 in einer Karikatur, Arbeitsbeispiel Museumsdatenbank Faust</title>
		<link>https://buch-und-museum.de/aktuelles/die-rheinfrage-1840-41-in-einer-anonymen-karikatur-arbeitsbeispiel-museumsdatenbank-faust/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Feb 2020 08:33:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf der anonymen Karikatur sind zwei feindlich gegenüberstehende Lager dargestellt, die Franzosen links und die Deutschen rechts des Rheins. Die Franzosen sitzen gelassen beim Essen an einem runden Tisch, einige prosten hinüber, andere beobachten die gegnerische Seite durchs Fernglas oder ... <a title="Die Rheinkrise 1840/41 in einer Karikatur, Arbeitsbeispiel Museumsdatenbank Faust" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/die-rheinfrage-1840-41-in-einer-anonymen-karikatur-arbeitsbeispiel-museumsdatenbank-faust/" aria-label="Mehr Informationen über Die Rheinkrise 1840/41 in einer Karikatur, Arbeitsbeispiel Museumsdatenbank Faust">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der anonymen Karikatur sind zwei feindlich gegenüberstehende Lager dargestellt, die Franzosen links und die Deutschen rechts des Rheins. Die Franzosen sitzen gelassen beim Essen an einem runden Tisch, einige prosten hinüber, andere beobachten die gegnerische Seite durchs Fernglas oder gehen vergnügt spazieren  &#8230;</p>
<p>Dreiländermuseum, Inventarnr.  GrGeXVI 0051  <a href="https://loerrach.iserver-online2.de/zvimg.FAU?sid=8CC5F314&amp;dm=1&amp;qpos=721&amp;rpos=721.jpg&amp;ipos=13&amp;erg=A&amp;hst=1&amp;npos=1" target="_blank" rel="noopener">Hier gehts zum Bild, klicken</a></p>
<p><strong>[Auszug Faustdatenbank]</strong></p>
<p><strong>Titel, Aufschrift</strong><br />
Höchst seltsame, jedoch wirklich wahrhafte Begebenheit so geschehen in den Jahren Christi 1840. 41/ unter Illustration; der freie deutsche Rhein/ in der Mitte (auf Rheinstrom)</p>
<p><strong>Material </strong><br />
Papier<br />
<strong><br />
Technik, Bearbeitung</strong><br />
Kreidelithographie</p>
<p><strong>Inhalt des Dokuments</strong><br />
Karikatur zur »Rheinfrage« um 1840/41</p>
<p><strong>Objektbeschreibung</strong><br />
Die anonyme Karikatur zeigt zwei feindlich gegenüberstehende Lager, die Franzosen links und die Deutschen rechts des Rheins. Die Franzosen sitzen gelassen beim Essen an einem runden Tisch, einige prosten hinüber, andere beobachten die gegnerische Seite durchs Fernglas oder gehen vergnügt spazieren. Im Hintergrund ist eine Stadt mit sternförmig angelegter Befestigung zu erkennen, die die Franzosen eifrig ausbauen. Die Deutschen dagegen verteidigen &#8222;den freien deutschen Rhein&#8220; (Aufschrift) mit Protestmusik und fahneschwingend. Ein Franzose auf der gegenüberliegenden Seite ruft ihnen provozierend &#8222;da capo&#8220; zu. Über dem Rhein picken der gallische Hahn und der Preußenadler – symbolisch für den Konflikt zwischen Frankreich und Deutschland – aufeinander ein. Durch die Verse unter der Darstellung, ein karikierender Sprachsalat aus Deutsch und Französisch, erklären sich die Parteien näher:</p>
<p>(Links/ Franzosen:)<br />
&#8222;Bleib&#8216; Sie, ick bitt&#8216;, -– jenseit du Rhein,<br />
Schrei&#8216; sick die Kehl nick&#8216; eiser,<br />
Il n&#8217;est rien fait mit diese Schrei&#8216; n,<br />
Denk Sie an unsre Kaiser. – –<br />
Wenn er auck todt, elle vive sa Gloire,<br />
Et nous sommes fors en sa memoire.&#8220;<br />
(Rechts/ Deutsche:)<br />
&#8222;Komm du nur her Mosjö Franzos,<br />
Wir wollen dich empfangen,<br />
Wir gehn mit Kolben auf dich los,<br />
Wenn es dir sollt verlangen<br />
Nach unserm schönen deutschen Rhein,<br />
Denn einig sind wir, wenn wir schrei&#8217;n,<br />
(Und wär&#8217;s nach tausend Melodein)<br />
&#8222;Sie sollen ihn nicht haben<br />
Bis dass wir drin begraben.&#8220;</p>
<p>Interessantes Detail am linken Rand auf der französischen Seite: Ein affenähnliches Wesen in Frauenkleidung hält eine Pappkiste mit der Aufschrift &#8222;Neue Moden für Deutschland&#8220; in der Hand.</p>
<p><strong>Bemerkungen</strong><br />
1840 forderte Frankreich die Wiederherstellung der &#8222;natürlichen&#8220; Ostgrenze, wie sie vor den Verträgen vor 1815 bestanden hat.  &#8222;Die dadurch heraufbeschworene ‚Rheinkrise&#8216; fand in den Künsten vielfältigen Widerhall. Besonders populär wurde Nikolaus Beckers Rheinlied, das erstmals am 18. September desselben Jahres veröffentlicht wurde und kurz darauf mehrfach vertont wurde. [Die Karikatur] geht auf diesen Konflikt ein. [&#8230;] Diese satirische Darstellung muß sehr gefragt gewesen sein, da Nachbildungen von ihr existieren.&#8220;(1) Die Karikatur ist wohl eine der vielen Nachbildungen (oder Original?) der satirischen Darstellung auf das Rheinlied Beckers (&#8222;Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein&#8220;, vgl. Aufschrift auf Fahnen).</p>
<p>(1) G. Lamm, Deutsche Karikaturen. Vom Mittelalter bis heute, Stuttgart/Weimar 1995, S. 160; auf S. 159 Abbildung der Karikatur, die aber nicht genau der vorliegenden entspricht. Auch der Text zur Illustration ist nicht der selbe, sondern nur inhaltlich verwandt (Frankreich: Singt nicht so laut zum Zeitvertreibe die Lunge euch aus deutschem Leibe&#8230;; Deutschland: Lärmt wie ihr wollt, ihr links am Rheine&#8230;). Vgl. Politische Karikaturen des Vormärz (1815-1848), Europäische Kulturtage 1984, Ausstellung und Katalog, hg. Badischer Kunstverein, Karlsruhe 1984, S. 53 (Abbildung der Karikatur, Kölnisches Stadtmuseum, Köln / KH 95a, s. Abb. 2). Ebd. S. 50: &#8222;Die akute kriegerische Bedrohung durch [&#8230;] den Nachbarn [Frankreich], der erhebliche linksrheinische Gebiete deutscher Staaten für sich beanspruchte, hatte eine plötzliche, starke Zunahme des Nationalgefühls und des Strebens nach staatlicher Einheit der Deutschen zur Folge. Es entstanden nacheinander zahlreiche patriotische Lieder [u.a. Die Wacht am Rhein, 1841 Deutschlandlied von Hoffmann von Fallersleben gedichtet]. [Nikolaus] Beckers Rheinlied [&#8222;Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein&#8220;, 1840 erstmals in der Trierischen Zeitung abgedruckt] wurde über siebzig mal vertont“, auch von Robert Schumann.</p>
<p><strong>Erwerb/Vorbesitz</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>(c) Carola Hoécker</p>
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