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	<title>Lörrach &#8211; Buch &amp; Museum</title>
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		<title>Akteur*innen auf einem Revolutionsbild: Bürgermeister Carl Georg Wenner und seine Nachfolger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Nov 2025 10:11:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Auf dem Gemälde „Einzug der Freischaren unter Weißhaar“ hat Friedrich Kaiser 1848 den Bürgermeister und Kaufmann Carl Georg Wenner im Vordergrund links porträtiert. Gegenüber dem Gasthaus zum Wildenmann unterhält er sich auf dem Bürgersteig mit dem Kaufmann und Gemeinderat Johann ... <a title="Akteur*innen auf einem Revolutionsbild: Bürgermeister Carl Georg Wenner und seine Nachfolger" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/akteurinnen-auf-einem-revolutionsbild-buergermeister-carl-georg-wenner-und-seine-nachfolger/" aria-label="Mehr Informationen über Akteur*innen auf einem Revolutionsbild: Bürgermeister Carl Georg Wenner und seine Nachfolger">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_1390" aria-describedby="caption-attachment-1390" style="width: 466px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-1390" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_-Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Wenner-300x281.jpg" alt="" width="476" height="446" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_-Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Wenner-300x281.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_-Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Wenner-1024x961.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_-Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Wenner-150x141.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_-Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Wenner-768x720.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_-Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Wenner-1536x1441.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_-Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Wenner-2048x1921.jpg 2048w" sizes="(max-width: 476px) 100vw, 476px" /><figcaption id="caption-attachment-1390" class="wp-caption-text">Gemäldeausschnitt mit Wenner und Calame, DLM Lörrach, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p style="text-align: left;">Auf dem Gemälde „Einzug der Freischaren unter Weißhaar“ hat Friedrich Kaiser 1848 den Bürgermeister und Kaufmann Carl Georg Wenner im Vordergrund links porträtiert. Gegenüber dem Gasthaus zum Wildenmann unterhält er sich auf dem Bürgersteig mit dem Kaufmann und Gemeinderat Johann Friedrich Calame, der ihn um Kopfeslänge überragt. Der „Lange Calame“, seit 1830 mit Wenners Schwester verheiratet, ist unterschiedlich gekleidet noch zwei Mal auf dem Bild zu entdecken: seitlich mit schwarzem Bürgerwehr-Tschako neben dem Revolutionsführer Struve, dem er den Weg nach Steinen erklärt (im Bildausschnitt rechts) und von vorn, mit gescheitelten, dunklen Haaren neben dem Eingang zum „Wildenmann“. Wenner indes, erkennbar an seinem typischen Kinnbart, ist nur einmal abgebildet. Er ist zwar elegant gekleidet, trägt jedoch – im Unterschied zu den anderen Honoratioren – weder Zylinder noch eine andere Kopfbedeckung. Mit schwarz-weißer Kopfhaube geht seine Frau auf ihn zu, neben sich ihre kleine Tochter.</p>
<p>Wenner wurde 1806 als Sohn einer Wirtshausfamilie in Lörrach geboren. Schon seinen Großeltern gehörte das Gasthaus zum Wildenmann, das sie selbst bewirtschafteten. Wie sein Vater, der noch Johann Peter Hebel als Lehrer hatte, besuchte Wenner das Pädagogium in der Basler Straße. Danach erwarb er in einem Internat in der französischen Schweiz kaufmännische Kenntnisse und ging in Italien und der Schweiz auf&#8230; <a href="https://www.badische-zeitung.de/loerrachs-buergermeister-carl-georg-wenner-war-vorkaempfer-fuer-einen-demokratischen-staat" target="_blank" rel="noopener">Für den vollständigen Text hier klicken</a></p>
<figure id="attachment_1391" aria-describedby="caption-attachment-1391" style="width: 304px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" class="wp-image-1391" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2_Wenner_Foto-StA-Loerrach-220x300.jpg" alt="" width="314" height="428" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2_Wenner_Foto-StA-Loerrach-220x300.jpg 220w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2_Wenner_Foto-StA-Loerrach-752x1024.jpg 752w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2_Wenner_Foto-StA-Loerrach-110x150.jpg 110w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2_Wenner_Foto-StA-Loerrach-768x1046.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2_Wenner_Foto-StA-Loerrach-1128x1536.jpg 1128w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2_Wenner_Foto-StA-Loerrach-1503x2048.jpg 1503w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2_Wenner_Foto-StA-Loerrach.jpg 1673w" sizes="(max-width: 314px) 100vw, 314px" /><figcaption id="caption-attachment-1391" class="wp-caption-text">Bürgermeister Wenner, um 1862, Fotorepro: Stadtarchiv Lörrach</figcaption></figure>
<p>Für Deutschland wünschte sich Wenner einen demokratischen Bundesstaat nach Schweizer Vorbild. Dieser sollte nicht gewaltsam, sondern durch die gewählte Frankfurter Nationalversammlung durchgesetzt werden, weshalb er den ersten badischen Aufstand ablehnte: Als am 20. April 1848 die Weißhaar-Kolonne mit Struve in Lörrach einzog, weigerte sich die Stadt, ein Aufgebot zu stellen und Hecker zu Hilfe zu eilen.</p>
<p>Erst im zweiten Badischen Aufstand unter Struve schloss sich Wenner mit vielen anderen Lörracher Bürgern der Revolution an und beteiligte sich am Gefecht in Staufen. Als Wenner aus dem Schweizer Exil zurückkehrte, setzten ihn die großherzoglichen Behörden als Bürgermeister ab und leiteten ein Ermittlungsverfahren gegen ihn ein. Trotzdem ließ er es sich nicht nehmen, den demokratischen Volksverein in Lörrach mitzugründen. Im April 1849 wurde das Strafverfahren in Freiburg gegen ihn eingestellt und er&#8230;. <a href="https://www.badische-zeitung.de/loerrachs-buergermeister-carl-georg-wenner-war-vorkaempfer-fuer-einen-demokratischen-staat" target="_blank" rel="noopener">Für den vollständigen Text hier klicken</a></p>
<figure id="attachment_1393" aria-describedby="caption-attachment-1393" style="width: 311px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-1393" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-4-_-Feldkirchner_Foto-193x300.jpg" alt="" width="321" height="499" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-4-_-Feldkirchner_Foto-193x300.jpg 193w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-4-_-Feldkirchner_Foto-97x150.jpg 97w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-4-_-Feldkirchner_Foto.jpg 382w" sizes="(max-width: 321px) 100vw, 321px" /><figcaption id="caption-attachment-1393" class="wp-caption-text">Bürgermeister Feldkirchner, DLM Lörrach, Fotorepro: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p style="text-align: left;">Lörrach hatte das „Glück und Talent, von 1844 bis 1877 nacheinander fast ausnahmslos lauter ausgezeichnete Bürgermeister zu finden“, schrieb der Ex-Gemeinderat Eduard Kaiser in seinen 1877 beendeten Memoiren. Dazu zählt er die Bürgermeister Wenner (1806–1863), Calame (1802–1861), Johann Paul Feldkirchner (1815–1869) und Johann Josef Grether (1840–1910), die alle auf dem Revolutionsbild von 1848 zu sehen sind.</p>
<p><span style="font-size: inherit;">Bis auf Grether waren es keine Alteingesessenen:  Wenners Großmutter väterlicherseits stammte aus Basel, sein Großvater, Küfermeister, ursprünglich aus dem Großherzogtum Hessen. Calames Vater war aus dem Schweizer Jura und Feldkirchner aus dem bayerischen Fürth nach Lörrach eingewandert, um sich 1841 als Sattler selbstständig zu machen. Als Gemeinderat war Feldkirchner wie Wenner an der Revolution beteiligt.<br />
</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-size: inherit;">Mit Ausnahme von Grether sind diese freisinnigen Bürgermeister in Vergessenheit geraten. Kein Denkmal oder Straßenname erinnern an sie. Was insbesondere bei Wenner verwunderlich ist, der Lörrach besonnen und couragiert durch die Revolution 1848/49 geführt hatte. Als Grether 1906 als Bürgermeister zurücktrat, ging eine lange Friedenszeit zu Ende. Deutschlandweit triumphierten die militärbegeisterten Obrigkeitshörigen und Opportunisten, die Heinrich Mann in seinem Roman „Der Untertan“ vor Beginn des Ersten Weltkriegs überspitzt beschrieb.</span></p>
<p>(c) Carola Hoécker, 2025</p>
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		<title>Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848: Der Arzt Carl Friedrich Brodhag und die Freiheitskämpferin Amalie Struve</title>
		<link>https://buch-und-museum.de/aktuelles/der-arzt-carl-friedrich-brodhag-akteur-auf-einem-revolutionsbild/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Oct 2025 10:03:13 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_1349" aria-describedby="caption-attachment-1349" style="width: 380px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1349" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1.-Brodhag-im-Kreis-seiner-Familie-Bildausschnitt-Foto-Hoecker-300x263.jpg" alt="Gemäldeausschnitt mit Brodhag, April 1848, Foto: C.  Hoécker" width="390" height="342" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1.-Brodhag-im-Kreis-seiner-Familie-Bildausschnitt-Foto-Hoecker-300x263.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1.-Brodhag-im-Kreis-seiner-Familie-Bildausschnitt-Foto-Hoecker-1024x898.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1.-Brodhag-im-Kreis-seiner-Familie-Bildausschnitt-Foto-Hoecker-150x131.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1.-Brodhag-im-Kreis-seiner-Familie-Bildausschnitt-Foto-Hoecker-768x673.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1.-Brodhag-im-Kreis-seiner-Familie-Bildausschnitt-Foto-Hoecker-1536x1346.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1.-Brodhag-im-Kreis-seiner-Familie-Bildausschnitt-Foto-Hoecker.jpg 1839w" sizes="(max-width: 390px) 100vw, 390px" /><figcaption id="caption-attachment-1349" class="wp-caption-text">Gemäldeausschnitt mit Brodhag, April 1848, Foto: C.  Hoécker</figcaption></figure>
<p>Carl Friedrich Brodhag (1795-1855), der als Arzt in Lörrach praktizierte, war ein faszinierendes Kuriosum und schien einer Kalendergeschichte Johann Peter Hebels entsprungen zu sein. Seine Kollegen Eduard Kaiser und Adolf Kussmaul, ein bedeutender Internist, berichteten ausführlich in ihren Memoiren über ihn. Eduards Bruder Friedrich Kaiser hat 1848 auf dem Gemälde „Einzug der Freischaren“ Brodhag im rechten Bildvordergrund rückseitig in Dreiviertelansicht mit Familie porträtiert.<br />
Kennzeichnend für Brodhag waren laut Eduard Kaiser seine großen Fledermausohren, deren Farbe auf einen schlechten Gesundheitszustand schließen ließe, und seine Tabakspfeife, die immer in seinem Mund steckte.<br />
Er trägt einen Zylinder und schwarzen Frack, aus dessen Innentasche ein Schnupftuch hängt. Ländlich wirkende Kniebundhosen und Schnallenschuhe bedecken seine mageren Beine. Um ihn herum stehen in Markgräfler Tracht seine ältere, unverheiratete Schwester, die auf die durchziehenden Freischärler zeigt, sowie seine kleinere Ehefrau und ein junger Mann mit Studentenmütze&#8230; <a href="https://www.badische-zeitung.de/carl-friedrich-brodhag-ging-als-arzt-rabauke-und-revolutionaer-in-die-geschichte-von-loerrach-ein" target="_blank" rel="noopener">Für den vollständigen Text hier klicken</a> &#8230;Arzt äußerst kompetent und bei seinen Patienten beliebt. 1834 wechselte er von Kandern nach Lörrach, wo sein Vater bereits seit vielen Jahren als Amtsarzt arbeitete. Damit verschärfte sich die Konkurrenz für Eduard und seinen Vater Johann Kaiser, die ebenfalls als Ärzte in Lörrach praktizierten, wo kaum mehr als 2000 Einwohner lebten. Eduard Kaiser beschrieb Brodhag als Choleriker, Ebenbild von Don Quixote und ewigen Studenten, dessen Welt nur aus „hundsgemeinen Philistern oder flotten Burschen“ bestehe. Zu Letzteren zählte Brodhag offenbar auch den Studenten und späteren Revolutionär Friedrich Neff, dem er 1846 schrieb, um mit ihm gemeinsame politische Ansichten zu besprechen.</p>
<figure id="attachment_1351" aria-describedby="caption-attachment-1351" style="width: 250px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1351" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/APN-1401-Brief-an-Neff-1846-1-242x300.jpg" alt="Brief Brodhags an den Studenten Friedrich Neff in Basel, 27. November 1846,, DLM Lörrach, Foto: C. Hoécker" width="260" height="322" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/APN-1401-Brief-an-Neff-1846-1-242x300.jpg 242w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/APN-1401-Brief-an-Neff-1846-1-825x1024.jpg 825w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/APN-1401-Brief-an-Neff-1846-1-121x150.jpg 121w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/APN-1401-Brief-an-Neff-1846-1-768x953.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/APN-1401-Brief-an-Neff-1846-1-1238x1536.jpg 1238w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/APN-1401-Brief-an-Neff-1846-1.jpg 1331w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /><figcaption id="caption-attachment-1351" class="wp-caption-text">Brief Brodhags an den Studenten Friedrich Neff in Basel, 27. November 1846,, DLM Lörrach, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p style="text-align: left;">Begeistert beteiligte sich Brodhag im September 1848 am zweiten Badischen Aufstand und quartierte den Revolutionsführer Gustav Struve mit seiner Ehefrau Amalie bei sich in Lörrach ein. Mit einer Sense in der Hand soll Brodhag bei einer Volksversammlung geschrien haben: „Gott straf&#8216; mich, wollt Ihr die Freiheit erringen, so greift zur Sense!“  Als Rittmeister der Freischärler-Kavallerie nahm er am Gefecht bei Staufen teil, floh jedoch angesichts der überlegenen Regierungstruppen ins Exil nach Basel. Enttäuscht schwor er in der Folgezeit allem Politischen ab. Seine überwiegend wirren Aufzeichnungen vermachte er Eduard Kaiser, der ihn als Arzt betreute. Schwer an Tuberkulose erkrankt starb Carl Friedrich Brodhag 1855 mit 60 Jahren in Lörrach.</p>
<figure id="attachment_1350" aria-describedby="caption-attachment-1350" style="width: 380px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1350 " src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-Amalie-Struve-hinter-Gustav-Struve-Foto-Hoecker-300x184.jpg" alt="" width="390" height="239" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-Amalie-Struve-hinter-Gustav-Struve-Foto-Hoecker-300x184.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-Amalie-Struve-hinter-Gustav-Struve-Foto-Hoecker-150x92.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-Amalie-Struve-hinter-Gustav-Struve-Foto-Hoecker.jpg 596w" sizes="(max-width: 390px) 100vw, 390px" /><figcaption id="caption-attachment-1350" class="wp-caption-text">Gemäldeausschnitt mit Amalie Struve hinter ihrem Ehemann Gustav Struve, April 1848, Foto: C.  Hoécker</figcaption></figure>
<p style="text-align: left;"><strong>Behind a great man there is a great woman –</strong> <strong>Neuentdeckung auf dem Revolutionsbild<br />
</strong>Auch die 23-jährige Publizistin und Revolutionärin Amalie Struve (geborene Siegrist) aus Mannheim porträtierte der Maler Friedrich Kaiser auf dem Wimmelbild, obwohl sie am 20. April 1848 ihren Ehegatten Gustav Struve gar nicht begleitet hatte, sondern erst beim zweiten Badischen Aufstand im September. Sie trägt Männerkleidung und steht etwas versteckt direkt hinter dem Revolutionsführer.</p>
<p>(c) Carola Hoécker, 2025</p>
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		<title>„Ich hab´ so gern die grüne Au statt Akten im Gesicht.“ Der badische Jurist Max Heinsheimer  (1832–1892)</title>
		<link>https://buch-und-museum.de/blog/ich-hab-so-gern-die-gruene-au-statt-akten-im-gesicht-der-badische-jurist-max-heinsheimer-1832-1892/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Jul 2025 01:14:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am Rhein bei Karlsruhe erinnert unweit des 1853 errichteten Tulla-Denkmals ein schlichter, etwas verwitterter Gedenkstein an den Tod des badischen Juristen Max Heinsheimer. Auf dem vorderseitigen, geglätteten Innenfeld sind seine Namensinitialen mit Sterbedatum eingraviert. Heinsheimer entstammte einer jüdischen Familie aus ... <a title="„Ich hab´ so gern die grüne Au statt Akten im Gesicht.“ Der badische Jurist Max Heinsheimer  (1832–1892)" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/blog/ich-hab-so-gern-die-gruene-au-statt-akten-im-gesicht-der-badische-jurist-max-heinsheimer-1832-1892/" aria-label="Mehr Informationen über „Ich hab´ so gern die grüne Au statt Akten im Gesicht.“ Der badische Jurist Max Heinsheimer  (1832–1892)">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_1334" aria-describedby="caption-attachment-1334" style="width: 346px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1334 " src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer_Gedenkstein_KA_Rhein-225x300.jpg" alt="Gedenkstein für Max Heinsheimer am Rhein bei Karlsruhe, Foto: Carola Hoécker" width="356" height="474" data-wp-editing="1" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer_Gedenkstein_KA_Rhein-225x300.jpg 225w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer_Gedenkstein_KA_Rhein-768x1024.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer_Gedenkstein_KA_Rhein-113x150.jpg 113w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer_Gedenkstein_KA_Rhein-1152x1536.jpg 1152w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer_Gedenkstein_KA_Rhein-1536x2048.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer_Gedenkstein_KA_Rhein.jpg 1920w" sizes="(max-width: 356px) 100vw, 356px" /><figcaption id="caption-attachment-1334" class="wp-caption-text">Gedenkstein für Max Heinsheimer am Rhein bei Karlsruhe, Foto: Carola Hoécker</figcaption></figure>
<p>Am Rhein bei Karlsruhe erinnert unweit des 1853 errichteten Tulla-Denkmals ein schlichter, etwas verwitterter Gedenkstein an den Tod des badischen Juristen Max Heinsheimer. Auf dem vorderseitigen, geglätteten Innenfeld sind seine Namensinitialen mit Sterbedatum eingraviert.</p>
<p>Heinsheimer entstammte einer jüdischen Familie aus Bretten. Zwei seiner jüngeren Geschwister wanderten in den 1850er-Jahren in die USA aus, wo Juden als gleichberechtigte Staatsbürger bessere Arbeitsbedingungen hatten. Max blieb in Deutschland und hatte Glück: Nach dem Jurastudium an der Universität Heidelberg absolvierte er sein Referendariat in Freiburg im Breisgau. Die 1862 im Großherzogtum Baden gesetzlich festgelegte Gleichberechtigung der Juden erlaubte ihm den Weg in den Staatsdienst, was seinem Vater als Jurist noch verwehrt gewesen war. Enthusiastisch feierte Max Heinsheimer in einer Rede vor der jüdischen Gemeinde in Freiburg 1863 diese Gleichstellung zusammen mit dem 50-jährigen Jubiliäum der Völkerschlacht bei Leipzig.</p>
<p>Im Folgejahr arbeite Heinsheimer als Sekretär am Freiburger Hofgericht und bis 1868 in Lörrach als Kreisgerichtsassessor. Nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 war er zunächst als Kreisgerichtsrat in Mannheim tätig, wo er sich als Nationalliberaler für die Lokalpolitik engagierte. 1879 wechselte er nach Karlsruhe ans Oberlandesgericht. Als Herausgeber der Zeitschrift für Französisches Zivilrecht veröffentlichte er Aufsätze zum badischen, französischen und englischen Recht. Er wirkte auch bei den Vorarbeiten zum Bürgerlichen Gesetzbuch mit. Sein ältester Sohn, der Jurist Karl Heinsheimer (1869–1929), sollte später als Universitätsprofessor in Heidelberg das Seminar für internationales Wirtschaftsrecht gründen.</p>
<figure id="attachment_1333" aria-describedby="caption-attachment-1333" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1333" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer-Max-Portraet-200x300.jpg" alt="" width="320" height="480" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer-Max-Portraet-200x300.jpg 200w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer-Max-Portraet-684x1024.jpg 684w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer-Max-Portraet-100x150.jpg 100w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer-Max-Portraet-768x1151.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Heinsheimer-Max-Portraet.jpg 797w" sizes="(max-width: 320px) 100vw, 320px" /><figcaption id="caption-attachment-1333" class="wp-caption-text">Max Heinsheimer 1868, Dreiländermuseum Lörrach, Repro: Carola Hoécker</figcaption></figure>
<p>Vor einigen Jahren stieß ich In einem Privatnachlass in Freiburg auf einen Briefumschlag mit einem Foto und Abschiedsgedicht Heinsheimers vom 20. August 1868 an Johanna Pflüger (geb. Müller). Zusammen mit ihrem Ehemann Marcus Pflüger führte sie in Lörrach das Gasthaus zum Hirschen, wo Heinsheimer Tischabonnent war. In höchsten Tönen lobt er die Gastfreundschaft des „Mütterlein“ und ihren Oberländer Wein. Auch schreibt er: „Ich hab so gern die grüne Au / statt Akten im Gesicht“. Die grüne Au ist womöglich eine Anspielung auf Psalm 23 („Der Herr ist mein Hirte / mir wird nichts mangeln. / Er weidet mich auf einer grünen Aue / und führet mich zum frischen Wasser“).<br />
Vielleicht dachte der Oberlandesgerichtsrat Max Heinsheimer an diesen Psalm, als er unter Depressionen leidend im Rhein bei Maxau (Karlsruhe) den Tod suchte. Seit dem 4. Januar 1892 galt er als vermisst, einen Teil seiner Kleidung hatte er in der Nähe des heutigen Gedenksteins liegen lassen. Am 17. Februar gab sein Sohn Karl eine Suchanzeige in den Zeitungen auf (u.a. im Generalanzeiger der Stadt Mannheim) mit einer Beschreibung seines Vaters. Am 24. Juni bot er 400 Mark als Belohnung für dessen Auffinden an.  Doch erst nach zweieinhalb Jahren, am 30. Juli 1894, wurde die Leiche seines Vaters im Rhein bei Leopoldshafen gefunden, wie der Generalanzeiger am darauffolgenden Tag meldete. In den Badischen Biografien blieb sein Freitod unerwähnt, auch die spätere Literatur verschweigt ihn. Im Unterschied zum Tulla-Denkmal gibt es für den Gedenkstein bis heute vor Ort keine Erläuterungstafeln oder andere Hinweise.</p>
<p>Vgl. zu Quellen und Literatur: Carola Hoécker, Vom Freischärler zum Parlamentarier, Karlsruhe, Bretten 2019, S. 47f.</p>
<p>© Carola Hoécker, 20.07.2025</p>
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		<title>Bundesarchiv Rastatt, 14.11.2024: Ausstellen in Revolutionszeiten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Nov 2024 23:28:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die 14. Veranstaltung der Vortragsreihe &#8222;Es lebe die Freiheit! Menschen in der Revolution 1848/49“ bildet den Abschluss des Jubiläumsprogramms der Bundesarchiv-Erinnerungsstätte in Rastatt. Mit dem badischen Maler Friedrich Kaiser widmet sich der Vortrag einem der bekanntesten Illustratoren der Badischen Revolution, ... <a title="Bundesarchiv Rastatt, 14.11.2024: Ausstellen in Revolutionszeiten" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/bundesarchiv-rastatt-14-11-2024-ausstellen-in-revolutionszeiten/" aria-label="Mehr Informationen über Bundesarchiv Rastatt, 14.11.2024: Ausstellen in Revolutionszeiten">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1244 alignleft" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Foto_Rastatt_Ausstellung-212x300.jpg" alt="" width="875" height="1238" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Foto_Rastatt_Ausstellung-212x300.jpg 212w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Foto_Rastatt_Ausstellung-724x1024.jpg 724w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Foto_Rastatt_Ausstellung-106x150.jpg 106w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Foto_Rastatt_Ausstellung-768x1086.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Foto_Rastatt_Ausstellung-1086x1536.jpg 1086w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Foto_Rastatt_Ausstellung-1448x2048.jpg 1448w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Foto_Rastatt_Ausstellung.jpg 1490w" sizes="(max-width: 875px) 100vw, 875px" />Die 14. Veranstaltung der Vortragsreihe &#8222;Es lebe die Freiheit! Menschen in der Revolution 1848/49“ bildet den Abschluss des Jubiläumsprogramms der Bundesarchiv-Erinnerungsstätte in Rastatt.</p>
<p>Mit dem badischen Maler Friedrich Kaiser widmet sich der Vortrag einem der bekanntesten Illustratoren der Badischen Revolution, dessen Gemälde und Zeichnungen unser Bild von der Revolution 1848/49 bis heute prägen. Anhand seiner Gemälde und Zeichnungen öffnet der Vortrag ein Zeitfenster in das dramatische Revolutionsgeschehen vor 175 Jahren.</p>
<p>1848/49 steckte die Fotografie noch in den Kinderschuhen. Umso wichtiger waren Lithografien, Zeichnungen und Gemälde, die den Menschen die Revolution &#8222;vor Augen führten“. Der in Lörrach geborene Friedrich Kaiser zählte zu den Pionieren der modernen Bildberichterstattung in Deutschland und wurde in den Revolutionsjahren Zeuge vieler einschneidender Ereignisse.</p>
<p>So erlebte er im April 1848 während des ersten Badischen Aufstands den Einzug der Freischaren unter Joseph Weißhaar in Lörrach. Das Gemälde, auf dem er den historischen Moment festhielt, stellte er schon wenige Monate später im Karlsruher Kunstverein aus. Neben dem Revolutionsführer Gustav Struve fand sich auf dem Bild unter anderem auch der Maler selber.<br />
Jüngste Entdeckungen führen zu weiteren vielschichtigen Interpretationen. Hierzu zählen die als Mann getarnte Revolutionärin Amalie Struve und „Dorfdioskuren“ aus dem Schwarzwald, die die Forderung nach der rechtlichen Gleichstellung der jüdischen Bevölkerung symbolisieren.</p>
<p>Kaiser stellte im Karlsruher Kunstverein noch weitere Werke aus, in denen er als badischer Hofmaler seine Sympathie für die Revolution verbergen musste. Sie werden ebenfalls im Vortrag thematisiert.</p>
<h5> <a href="https://www.bundesarchiv.de/themen-entdecken/vor-ort-entdecken/veranstaltungen/termin/der-maler-friedrich-kaiser-1815-1889-ausstellen-in-revolutionszeiten-baden-wuerttemberg-14-11-2024/" target="_blank" rel="noopener">Link zur Veranstaltung</a></h5>
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		<title>Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim: Ein Revolutionsbild von 1848 wird entschlüsselt. 26. September 2024, 19 Uhr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Sep 2024 08:42:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am Donnerstag, den 26. September lädt der Mannheimer Altertumsverein zu einem Vortrag in die Reiss-Engelhorn-Museen ein. Im Mittelpunkt steht um 19 Uhr ein Revolutionsbild von 1848, das die Heidelberger Historikerin Dr. Carola Hoécker entschlüsseln konnte. Das großformatige Ölgemälde über den ... <a title="Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim: Ein Revolutionsbild von 1848 wird entschlüsselt. 26. September 2024, 19 Uhr" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/bildvortrag-in-den-reiss-engelhorn-museen-mannheim-ein-revolutionsbild-von-1848-wird-entschluesselt/" aria-label="Mehr Informationen über Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim: Ein Revolutionsbild von 1848 wird entschlüsselt. 26. September 2024, 19 Uhr">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<header class="entry-header"></header>
<figure id="attachment_1141" aria-describedby="caption-attachment-1141" style="width: 484px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1141" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Revolutionsbild-Ausschnitt-mit-Struve-300x200.jpg" alt="" width="494" height="329" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Revolutionsbild-Ausschnitt-mit-Struve-300x200.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Revolutionsbild-Ausschnitt-mit-Struve-1024x682.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Revolutionsbild-Ausschnitt-mit-Struve-150x100.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Revolutionsbild-Ausschnitt-mit-Struve-768x511.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Revolutionsbild-Ausschnitt-mit-Struve-1536x1022.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Revolutionsbild-Ausschnitt-mit-Struve.jpg 2037w" sizes="(max-width: 494px) 100vw, 494px" /><figcaption id="caption-attachment-1141" class="wp-caption-text">Gemäldeausschnitt mit dem Revolutionsführer Gustav Struve am 20. April 1848</figcaption></figure>
<p>Am Donnerstag, den 26. September lädt der Mannheimer Altertumsverein zu einem Vortrag in die Reiss-Engelhorn-Museen ein. Im Mittelpunkt steht um 19 Uhr ein Revolutionsbild von 1848, das die Heidelberger Historikerin Dr. Carola Hoécker entschlüsseln konnte. Das großformatige Ölgemälde über den Durchzug der Freischaren in Lörrach am 20. April 1848 stammt von dem Hofmaler Friedrich Kaiser. Er zählt zu den bekanntesten Illustratoren der Revolution in Baden und zeigt diese zwischen friedlichem und gewaltsamem Radikalismus.<br />
Das Werk gleicht mit seinen vielen Personen und Details einem Wimmelbild. Die Referentin stellt an diesem Abend neue Erkenntnisse vor. Ihr ist es erstmals gelungen, auf dem Bild den Revolutionsführer Gustav Struve aus Mannheim, den Maler selbst und weitere Persönlichkeiten zu identifizieren. Der Vortrag findet im Florian-Waldeck-Saal im Museum Zeughaus C5 statt. Der Eintritt ist frei.</p>
<p>Der Abend ist Teil der Vortragsreihe des Mannheimer Altertumsvereins. Regelmäßig beleuchten Experten abwechslungsreiche Themen von Regionalgeschichte über Archäologie bis hin zu Kunstgeschichte. Alle Termine gibt es im Veranstaltungskalender unter <a class="moz-txt-link-abbreviated" href="http://www.rem-mannheim.de" target="_blank" rel="noopener">www.rem-mannheim.de</a>.  <em>(aus: https://www.mrn-news.de)<br />
</em></p>
<p>Presse: Mannheimer Morgen, 24.09.2024 <a href="https://www.mannheimer-morgen.de/orte/mannheim_artikel,-mannheim-revolutionaer-gustav-struve-auf-einem-bild-entdeckt-_arid,2245670.html" target="_blank" rel="noopener">hier klicken</a></p>
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		<title>Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848:  Nicolas Koechlin, Fabrikant und Mäzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Sep 2024 05:32:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Etwas versteckt steht im Lörracher Hebelpark ein alter Gedenkstein aus Granit. Auf ihm ist eine Bronzeplatte eingelassen mit der Inschrift: „Ihrem durch Werke edlen Gemeinsinns verdienten Bürger Nikolaus Köchlin, Lörrach 1875.“ Es handelt sich um den Fabrikanten Nicolas Koechlin junior, ... <a title="Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848:  Nicolas Koechlin, Fabrikant und Mäzen" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/akteurinnen-auf-einem-revolutionsbild-von-1848-nicolas-koechlin-fabrikant-und-maezen/" aria-label="Mehr Informationen über Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848:  Nicolas Koechlin, Fabrikant und Mäzen">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_1200" aria-describedby="caption-attachment-1200" style="width: 288px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1200" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-300x225.jpg" alt="Gedenkstein an Koechlin im Hebelpark in Lörrach, Foto: C. Hoécker" width="298" height="223" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-300x225.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-1024x768.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-150x113.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-768x576.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-1536x1152.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1a-Gedenkstein-im-Hebelpark-heute-Foto-C.-Hoecker-2048x1536.jpg 2048w" sizes="(max-width: 298px) 100vw, 298px" /><figcaption id="caption-attachment-1200" class="wp-caption-text">Gedenkstein an Nicolas Koechlin im Hebelpark in Lörrach, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p>Etwas versteckt steht im Lörracher Hebelpark ein alter Gedenkstein aus Granit. Auf ihm ist eine Bronzeplatte eingelassen mit der Inschrift: „Ihrem durch Werke edlen Gemeinsinns verdienten Bürger Nikolaus Köchlin, Lörrach 1875.“ Es handelt sich um den Fabrikanten Nicolas Koechlin junior, dessen Name verdeutscht wiedergegeben wurde. Mit der Geschichte seiner Familie ist das einstige Textilunternehmen KBC verknüpft, das die Industrialisierung Lörrachs im 19. Jahrhundert entscheidend voranbrachte und das Stadtbild beeinflusste: Das ausgedehnte Fabrikgelände mit Schornstein und der Gewerbekanal erinnern daran, aber auch der Bahnhof, der Rosenfels- und Hebelpark sowie repräsentative Wohngebäude wie die Villa Koechlin und Villa Eichele.</p>
<figure id="attachment_1201" aria-describedby="caption-attachment-1201" style="width: 226px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1201" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Koechlin-Stifterbild-Ausschnitt-Revolutionsbild-Foto-C.-Hoecker-208x300.jpg" alt="Gemäldeausschnitt mit Koechlin, DLM, Foto: C. Hoécker" width="236" height="340" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Koechlin-Stifterbild-Ausschnitt-Revolutionsbild-Foto-C.-Hoecker-208x300.jpg 208w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Koechlin-Stifterbild-Ausschnitt-Revolutionsbild-Foto-C.-Hoecker-709x1024.jpg 709w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Koechlin-Stifterbild-Ausschnitt-Revolutionsbild-Foto-C.-Hoecker-104x150.jpg 104w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Koechlin-Stifterbild-Ausschnitt-Revolutionsbild-Foto-C.-Hoecker-768x1109.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2-Koechlin-Stifterbild-Ausschnitt-Revolutionsbild-Foto-C.-Hoecker.jpg 1050w" sizes="(max-width: 236px) 100vw, 236px" /><figcaption id="caption-attachment-1201" class="wp-caption-text">Gemäldeausschnitt,  Koechlin und Ehefrau, DLM, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p>Im Gemälde „Der Einzug der Freischaren“ hat der Maler Friedrich Kaiser dem Mäzen Nicolas Koechlin ein Denkmal gesetzt. Dieser ist rechts im Vordergrund seitlich porträtiert, mit schwarzen Haaren und Backenbart. Wie Kaiser war auch er Mitglied des Karlsruher Kunstvereins, wo das Bild ab Oktober 1848 ausgestellt wurde. Koechlin trägt einen schwarzen Gehrock, Zylinder und ein Hemd mit Stehkragen.</p>
<figure id="attachment_1204" aria-describedby="caption-attachment-1204" style="width: 384px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1204" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5_KBC-um-1870-Foto-C.-Hoecker-300x153.jpg" alt="Das Fabrikgelände von KBC um 1870" width="394" height="201" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5_KBC-um-1870-Foto-C.-Hoecker-300x153.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5_KBC-um-1870-Foto-C.-Hoecker-150x76.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5_KBC-um-1870-Foto-C.-Hoecker.jpg 525w" sizes="(max-width: 394px) 100vw, 394px" /><figcaption id="caption-attachment-1204" class="wp-caption-text">Das Fabrikgelände von KBC um 1870</figcaption></figure>
<p>Der liberale und einflussreiche Mitinhaberder Lörracher Textildruckerei „Peter Koechlin &amp; Söhne“ scheint alle Versammelten an Größe zu überragen. Er war vermutlich der Auftraggeber des Bildes, der dieses historische Ereignis vom 20. April 1848 festhalten lassen wollte. Nicht zuletzt seine Position am Bildrand vergleichbar einem religiösen Stifterbild der Renaissance, deutet darauf hin. Hinter ihm tummeln sich Arbeiter und Bedienstete; zu seiner Rechten steht seine Ehefrau Maria mit langem blonden Zopf, schwarzer Flügelhaube  und elegantem, eng geschnürtem weißen Kleid. Neben ihr ist Koechlins Schwester Rosina (1820–1850) zu sehen, die Ehefrau seines Geschäftsführers Léon Baumgartner (1819–1872). Letzterer ist vermutlich mit Koechlins &#8230; <a href="https://www.badische-zeitung.de/der-loerracher-fabrikant-nicolas-koechlin-war-ein-spendabler-unternehmer-und-liberaler" target="_blank" rel="noopener">Hier gehts weiter</a></p>
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		<title>Ausstellung: 200 Jahre Marcus Pflüger. Gastwirt – Revolutionär – Parlamentarier (8.05.– 29.09.2024)</title>
		<link>https://buch-und-museum.de/aktuelles/ausstellung-200-jahre-marcus-pflueger-gastwirt-revolutionaer-parlamentarier-8-05-29-09-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 May 2024 15:03:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am 8. Mai 2024 jährt sich der Geburtstag Marcus Pflügers zum 200. Mal. Aus diesem Anlass zeigt das Dreiländermuseum Lörrach bis zum 29. September eine Kabinettausstellung. In ihr sind 50 Objekte zu Pflügers Leben, Familie und Netzwerk präsentiert, darunter zahlreiche ... <a title="Ausstellung: 200 Jahre Marcus Pflüger. Gastwirt – Revolutionär – Parlamentarier (8.05.– 29.09.2024)" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/ausstellung-200-jahre-marcus-pflueger-gastwirt-revolutionaer-parlamentarier-8-05-29-09-2024/" aria-label="Mehr Informationen über Ausstellung: 200 Jahre Marcus Pflüger. Gastwirt – Revolutionär – Parlamentarier (8.05.– 29.09.2024)">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 8. Mai 2024 jährt sich der Geburtstag Marcus Pflügers zum 200. Mal. Aus diesem Anlass zeigt das Dreiländermuseum Lörrach bis zum 29. September eine Kabinettausstellung. In ihr sind 50 Objekte zu Pflügers Leben, Familie und Netzwerk präsentiert, darunter zahlreiche Schenkungen und Leihgaben der <a href="https://www.pflueger-stiftung.de/stiftung/" target="_blank" rel="noopener">Hermann-Pflüger-Stiftung</a> in Freiburg.</p>
<figure id="attachment_1125" aria-describedby="caption-attachment-1125" style="width: 290px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1125 size-medium" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/BlickinAusstellung_Foto_Aurea_Hardt-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/BlickinAusstellung_Foto_Aurea_Hardt-300x225.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/BlickinAusstellung_Foto_Aurea_Hardt-1024x768.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/BlickinAusstellung_Foto_Aurea_Hardt-150x113.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/BlickinAusstellung_Foto_Aurea_Hardt-768x576.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/BlickinAusstellung_Foto_Aurea_Hardt-1536x1152.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/BlickinAusstellung_Foto_Aurea_Hardt.jpg 1600w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-1125" class="wp-caption-text">Blick in die Ausstellung, Foto links: Aurea Hardt</figcaption></figure>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-1126 alignleft" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2Eltern_von_Pflueger_Leihgabe_Stiftung_Freiburg-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2Eltern_von_Pflueger_Leihgabe_Stiftung_Freiburg-300x225.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2Eltern_von_Pflueger_Leihgabe_Stiftung_Freiburg-1024x768.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2Eltern_von_Pflueger_Leihgabe_Stiftung_Freiburg-150x113.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2Eltern_von_Pflueger_Leihgabe_Stiftung_Freiburg-768x576.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2Eltern_von_Pflueger_Leihgabe_Stiftung_Freiburg-1536x1152.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2Eltern_von_Pflueger_Leihgabe_Stiftung_Freiburg-2048x1536.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />  <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-1131 alignleft" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/IMG_0997-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/IMG_0997-300x225.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/IMG_0997-1024x768.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/IMG_0997-150x113.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/IMG_0997-768x576.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/IMG_0997-1536x1152.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/IMG_0997-2048x1536.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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<p>Die Ausstellung befindet sich im zweiten Stock des Museums. Sie ist barrierefrei über einen Fahrstuhl erreichbar.</p>
<p>Infos/Links zur Ausstellung:<br />
⇒ <a href="https://www.badische-zeitung.de/kleine-ausstellung-im-dreilaendermuseum-ehrt-grossen-loerracher" target="_blank" rel="noopener">Badische Zeitung</a><br />
⇒ <a href="https://www.dreilaendermuseum.eu/de/anschauen/sonderausstellungen/" target="_blank" rel="noopener">Dreiländermuseum </a><br />
⇒ <a href="https://www.regiotrends.de/de/aus-vereinen-gruppen/index.news.531815.bis-29.-september-2024-schau-ueber-marcus-pflueger-in-der-dreilaenderausstellung-in-loerrach---kabinettausstellung-zum-200.-geburtstag-des-leider-nur-noch-wenig-bekannten-sohns-der-stadt-.html" target="_blank" rel="noopener">Regiotrends</a></p>
<p>Kennen Sie Marcus Pflüger aus Lörrach? Am 8. Mai 1824 wurde er in der Turmstraße 1 geboren. Er ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Lörracher Geschichte. Stadt, Landkreis und das Dreiland haben ihm viel zu verdanken, zum Beispiel die Wiesentalbahn. Eine Straße in Lörrach ist nach ihm benannt und ein Preis für herausragendes gesellschaftliches Engagement. Und ein Heim für seelisch Kranke in Schopfheim-Wiechs, das er mitgründete. Als Marcus Pflüger am 5. September 1907 starb, kamen Politiker aus ganz Baden zu seinem Begräbnis. Eine hoffnungsvolle Epoche ging mit ihm zu Ende. Militarismus und übersteigerter Nationalismus, gegen die er als freisinniger Abgeordneter angekämpft hatte, setzen sich durch.</p>
<p>Leider ist Pflüger in Vergessenheit geraten wie die Revolution 1848/49, an der er beteiligt war. Das liegt vor allem an der Zeit der Hitler-Diktatur. Die Nationalsozialisten zerstörten ab 1933 die Demokratie und bestraften jede Erinnerung an sie. Daher verbarg Emil, der jüngste Sohn Marcus Pflügers, ein Revolutionsbild von Friedrich Kaiser vor der Öffentlichkeit und vererbte es der liberalen Lörracher Familie Vortisch. So konnte es in demokratische Zeiten gerettet werden und ist heute im Museum ausgestellt. Marcus Pflüger hatte das Gemälde für die erste Revolutionsausstellung 1898 in Lörrach erworben. Er bewahrte und sammelte Objekte zur Revolution wie die hier ausgestellte Trommel der Bürgerwehr und die Freischärlerfahne. Auch seinen jungen Nachbarn Ernst Wilhelm Schultz, Sammler und Museumsgründer, förderte er.</p>
<p>Dieser Raum erinnert an die Erfolgsgeschichte der Demokratie im 19. Jahrhundert. Trotz gescheiterter Revolution setzten sich Menschen weiterhin für Gleichheit, Freiheit und Wohlstand aller ein. Zu ihnen gehörte der Gastwirt, Posthalter und Großgrundbesitzer Marcus Pflüger. Entscheidend trieb er die Infrastruktur Lörrachs voran, was das Leben der Bewohner wesentlich verbesserte.<br />
Pflüger ist ein Beispiel für das soziale Engagement des linksliberalen Bürgertums, das auf eine Republik hinarbeitete. Als erster Lörracher wurde er in den Reichstag gewählt. Zugleich war er viele Jahre Abgeordneter im badischen Landtag. Fast alle seiner vielfältigen Aufgaben in Gremien und Ausschüssen auf Kommunal-, Landes- und Reichsebene führte er ehrenamtlich aus. Mit anderen Politikern förderte Marcus Pflüger ab 1871 durch Vorlesungen und Vorträge in Karlsruhe die Weiterbildung von Frauen und unterstützte damit deren berufliches Fortkommen und Emanzipation. Jedoch wäre seine politische Karriere ohne die Unterstützung seiner Mutter und seiner Ehefrau in Lörrach nicht möglich gewesen. Während seiner Abwesenheit kümmerten sie sich um das große Gasthaus, die ausgedehnten Ländereien, Weinberge und das Personal.</p>
<p>Das Dreiländermuseum hat in seiner Sammlung über 700 Objekte, die im Zusammenhang mit der Familie Pflüger stehen. Ein großer Teil davon kam als Schenkung durch Pflügers Sohn Emil in den 1920/30er-Jahren in die Sammlung und 1963 durch seinen Enkel Hermann Pflüger. Weitere Objekte fanden sich ab 2015 in dessen Nachlass in Freiburg/Br. Sie gingen als Schenkung oder Leihgabe der Hermann-Pflüger-Stiftung an das Museum und sind hier in einer kleinen Auswahl zum ersten Mal ausgestellt. Sie zeigen Marcus Pflügers bewegtes Leben, seine Familie, seinen politischen Aufstieg und sein grenzüberschreitendes Netzwerk. Auch das Museumsgebäude ist ein Teil der Ausstellung. In ihm befand sich früher das Pädagogium (später Hebel-Gymnasium), das zu den besten Schulen Badens zählte. Hier wurde auch Marcus Pflüger unterrichtet.  [Info-Tafel zur Ausstellung, (c) Carola Hoécker]</p>
<p>Die Ausstellung wurde von Aurea Hardt gestaltet und von mir kuratiert.</p>
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		<title>Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848: Marcus Pflüger, Hirschenwirt und Wahlmann</title>
		<link>https://buch-und-museum.de/aktuelles/200-jahre-marcus-pflueger-er-ist-eine-der-bedeutendsten-persoenlichkeiten-der-loerracher-geschichte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 May 2024 11:06:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsbeispiele]]></category>
		<category><![CDATA[Badischer Aufstand]]></category>
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		<category><![CDATA[Revolution 1848]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungsartikel]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf dem Gemälde „Einzug der Freischaren unter Weißhaar“ von 1848, das in der Ausstellung des Dreiländermuseums zu sehen ist, hat der Maler Friedrich Kaiser hinter den versammelten Gemeinderäten den Hirschenwirt und Posthalter Marcus Pflüger (1824–1907) im Profil porträtiert. Pflüger war ... <a title="Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848: Marcus Pflüger, Hirschenwirt und Wahlmann" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/200-jahre-marcus-pflueger-er-ist-eine-der-bedeutendsten-persoenlichkeiten-der-loerracher-geschichte/" aria-label="Mehr Informationen über Akteur*innen auf einem Revolutionsbild von 1848: Marcus Pflüger, Hirschenwirt und Wahlmann">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_1154" aria-describedby="caption-attachment-1154" style="width: 355px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1154" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Pflueger_rechter-Bildrand-300x286.jpg" alt="Der Gemeinderat und Wahlmann Marcus Pflüger am 20. April 1848 in Lörrach, ganz rechts mit Zylinder, Frack und weißer Weste, Gemäldeausschnitt, Dreiländermuseum Lörrach, Foto: C. Hoécker" width="365" height="348" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Pflueger_rechter-Bildrand-300x286.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Pflueger_rechter-Bildrand-1024x975.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Pflueger_rechter-Bildrand-150x143.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Pflueger_rechter-Bildrand-768x731.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-1_Ausschnitt_Revolutionsgemaelde_Pflueger_rechter-Bildrand.jpg 1352w" sizes="(max-width: 365px) 100vw, 365px" /><figcaption id="caption-attachment-1154" class="wp-caption-text">Der Gemeinderat und Wahlmann Marcus Pflüger am 20. April 1848,, ganz rechts mit Zylinder und weißer Weste, Gemäldeausschnitt, DLM Lörrach, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p style="text-align: left;">Auf dem Gemälde „Einzug der Freischaren unter Weißhaar“ von 1848, das in der Ausstellung des Dreiländermuseums zu sehen ist, hat der Maler Friedrich Kaiser hinter den versammelten Gemeinderäten den Hirschenwirt und Posthalter Marcus Pflüger (1824–1907) im Profil porträtiert.</p>
<p style="text-align: left;">Pflüger war Mitgründer der Lörracher Bürgerwehr. Jedoch trägt er nicht deren Uniform, wie die vor ihm stehenden Gemeinderäte, sondern einen eleganten Frack mit weißem Hemd, Weste und Zylinder. In seiner rechten Hand hält er eine Reitgerte, in der linken eine Zigarre. Streng blickt er zu Joseph Weißhaar auf, der auf seinem Pferd mit gezücktem Säbel die Lörracher beschimpft, weil sie sich den Freischärlern nicht anschließen wollen. Wenige Tage zuvor hatte die Bürgerversammlung Pflüger zusammen mit Friedrich Müller, Gastwirt aus Grenzach, als Gesandte nach Karlsruhe geschickt. Dort rieten ihnen die Abgeordneten des badischen Parlaments davon ab, sich am Heckerzug zu beteiligen.</p>
<figure id="attachment_1155" aria-describedby="caption-attachment-1155" style="width: 259px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1155" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2.-BuchPraemiePflueger_Paedagogium_1837-300x225.jpg" alt="" width="269" height="202" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2.-BuchPraemiePflueger_Paedagogium_1837-300x225.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2.-BuchPraemiePflueger_Paedagogium_1837-1024x768.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2.-BuchPraemiePflueger_Paedagogium_1837-150x113.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2.-BuchPraemiePflueger_Paedagogium_1837-768x576.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2.-BuchPraemiePflueger_Paedagogium_1837-1536x1152.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-2.-BuchPraemiePflueger_Paedagogium_1837-2048x1536.jpg 2048w" sizes="(max-width: 269px) 100vw, 269px" /><figcaption id="caption-attachment-1155" class="wp-caption-text">Buchpreis des Pädagogium, Eintrag rechts, 1837, Hermann-Pflüger-Stiftung Freiburg, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p>Marcus Pflüger wurde vor 200 Jahren, am 8. Mai 1824, in der Turmstraße 1 geboren. Seinen Eltern gehörte dort das Gasthaus zum Hirschen, das sie ausbauten und über die Grenze hinaus bekannt machten. Pflüger besuchte das Pädagogium in Lörrach, wo er als fleißiger, exzellenter Schüler zum Examen 1837 einen Preis bekam. Auf einem Internat in Lausanne erwarb er kaufmännische Kenntnisse, anschließend absolvierte er in renommierten Hotels im In- und Ausland seine Lehrzeit. Nach dem frühen Tod seines Vaters übernahm er 1846 mit seiner Mutter Elisabeth das große Gasthaus mit Posthalterei, Landwirtschaft und Weinbergen.</p>
<figure id="attachment_1156" aria-describedby="caption-attachment-1156" style="width: 189px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1156" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-das-Muetterli-Elisabeth-Liseli-Pflueger-geb.-Senn-250x300.jpg" alt="" width="199" height="239" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-das-Muetterli-Elisabeth-Liseli-Pflueger-geb.-Senn-250x300.jpg 250w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-das-Muetterli-Elisabeth-Liseli-Pflueger-geb.-Senn-854x1024.jpg 854w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-das-Muetterli-Elisabeth-Liseli-Pflueger-geb.-Senn-125x150.jpg 125w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-das-Muetterli-Elisabeth-Liseli-Pflueger-geb.-Senn-768x921.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-das-Muetterli-Elisabeth-Liseli-Pflueger-geb.-Senn-1281x1536.jpg 1281w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-3-das-Muetterli-Elisabeth-Liseli-Pflueger-geb.-Senn-1708x2048.jpg 1708w" sizes="(max-width: 199px) 100vw, 199px" /><figcaption id="caption-attachment-1156" class="wp-caption-text">Die Mutter Elisabeth Pflüger, um 1845, Ölgemälde von Johann Friedrich Grether, Hermann-Pflüger-Stiftung Freiburg, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p>Beeinflusst von den politischen Umbrüchen in der Schweiz engagierte sich der umtriebige Pflüger für freiheitliche Ideen. Dem ersten Badischen Aufstand unter Hecker im April 1848 stand er als Wahlmann zunächst ablehnend gegenüber. Er erhoffte ein vereintes, parlamentarisches Deutschland auf legalem Weg. Enttäuscht von den Ergebnissen der Frankfurter Nationalversammlung änderte er jedoch seine Ansicht. Beim zweiten Badischen Aufstand unter Struve beteiligte er sich als Hauptmann der Lörracher Bürgerwehr. Im September 1848 kämpfte er mit seiner Mannschaft gegen die weit überlegenen Regierungstruppen. Im letzten Moment konnte er sich auf seinem Postschimmel vor deren Kugeln retten und floh mit anderen Freischärlern in die Schweiz.</p>
<figure id="attachment_1158" aria-describedby="caption-attachment-1158" style="width: 175px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1158 size-medium" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5-Marcus-Pflueger-in-einem-Fotoalbum-1868-185x300.jpg" alt="Marcus Pflüger, um 1860, DLM Lörrach, Repro: C. Hoécker" width="185" height="300" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5-Marcus-Pflueger-in-einem-Fotoalbum-1868-185x300.jpg 185w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5-Marcus-Pflueger-in-einem-Fotoalbum-1868-633x1024.jpg 633w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5-Marcus-Pflueger-in-einem-Fotoalbum-1868-93x150.jpg 93w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5-Marcus-Pflueger-in-einem-Fotoalbum-1868-768x1242.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-5-Marcus-Pflueger-in-einem-Fotoalbum-1868.jpg 926w" sizes="(max-width: 185px) 100vw, 185px" /><figcaption id="caption-attachment-1158" class="wp-caption-text">Marcus Pflüger, um 1860, DLM Lörrach, Repro: C. Hoécker</figcaption></figure>
<p>Nach der Revolution heiratete Pflüger Johanna, die Schwester seines Freundes Friedrich Müller. In Abwesenheit wurde dieser wegen seiner revolutionären Umtriebe zu zwei Jahren Haft verurteilt. Marcus unterstützte Friedrich im Exil und reiste mehrmals in die Schweiz. Ein preußischer Generalleutnant, der sich mit der Pflüger-Familie in Lörrach angefreundet hatte, warnte ihn in einem Brief an seine Mutter „vor allen geheimen und offenen politischen Verbindungen“, da er beobachtet würde und unter Verdacht stünde mit seinem Schwager in der Schweiz „in dieser Beziehung sehr thätig und wirksam zu seyn“. Pflüger nahm den Rat zu Herzen und wurde erst ab 1858, nach der Geburt seines jüngsten Sohnes Emil, wieder politisch aktiv. Bald war er in allen wichtigen städtischen Gremien vertreten, gründete 1860 die grenzüberschreitend arbeitende Wiesental-Eisenbahngesellschaft AG, die erste Kreishypothekenbank in Baden und eine Kreispflegeanstalt, die später nach ihm benannt wurde.<br />
Die Lörracher Kreishypothekenbank war Vorreiter der Rheinischen Hypothekenbank in Mannheim, in der Pflüger viele Jahre lang Mitglied des Aufsichtsrats war. Dort waren bedeutende Unternehmer wie Friedrich Engelhorn und Carl Reiss vertreten. Für sein vielfältiges Engagement und seine Verdienste zeichnete der Großherzog Marcus Pflüger mit dem badischen Ritterkreuz erster Klasse aus. Damit war er der erste Ex-Revolutionär, der in Baden diese so hohe Auszeichnung erhielt.</p>
<figure id="attachment_1160" aria-describedby="caption-attachment-1160" style="width: 403px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1160" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-7-Beerdigungszug-Pfluegers-Sept.-1907-300x207.jpg" alt="Begräbniszug Marcus Pflügers durch die Basler Straße im September 1907, begleitet von der Freiwilligen Feuerwehr, die er gründete und deren erster Kommandant er bis 1871 war, Stadtarchiv Lörrach " width="413" height="285" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-7-Beerdigungszug-Pfluegers-Sept.-1907-300x207.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-7-Beerdigungszug-Pfluegers-Sept.-1907-1024x707.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-7-Beerdigungszug-Pfluegers-Sept.-1907-150x104.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-7-Beerdigungszug-Pfluegers-Sept.-1907-768x530.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-7-Beerdigungszug-Pfluegers-Sept.-1907-1536x1061.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Abb.-7-Beerdigungszug-Pfluegers-Sept.-1907-2048x1414.jpg 2048w" sizes="(max-width: 413px) 100vw, 413px" /><figcaption id="caption-attachment-1160" class="wp-caption-text">Begräbniszug Marcus Pflügers in der Basler Straße im September 1907, im Hintergund links das alte Amtshaus, Stadtarchiv Lörrach</figcaption></figure>
<p>Als erster Lörracher wurde Pflüger 1874 in den Reichstag gewählt, zunächst für den Wahlkreis Lörrach-Müllheim und ab 1890, nach einem Rechtsruck in Lörrach, für Karlsruhe-Bruchsal. Zugleich war er fast 30 Jahre lang Abgeordneter im badischen Landtag in Karlsruhe. Fast alle seiner politischen Ämter führte er ehrenamtlich aus. Seine politische Karriere wäre jedoch ohne die Unterstützung seiner Mutter Elisabeth und seiner Ehefrau Johanna nicht möglich gewesen.<br />
Der vielseitige Pflüger war ein Mann der Zahlen. Im Reichstag wurde er, wie schon im badischen Parlament, in die Budgetkommission gewählt, eine Aufgabe, die ihm auf den Leib geschnitten war. Rasch freundete sich der gesellige Pflüger mit seinen überwiegend norddeutschen, preußischen Parteikollegen und Sprechern der Linksliberalen an. Die größten Gefahren für die Demokratie sah Pflüger in der Bismarckverehrung, Sozialistenverfolgung, Militarisierung, Kolonialisierung und den Antisemiten. In einer Wahlrede in Karlsruhe bezeichnete er die Antisemiten als „Schandfleck des 19. Jahrhunderts“.</p>
<p>1898 erinnerte er in einer großen Jubiläumsfeier in seinem Gasthaus in Lörrach an die Revolution. Dabei stellte er auch das Revolutionsgemälde des Malers Friedrich Kaiser aus, das er von dessen Erben erworben hatte. Sein Leben lang war Pflüger überzeugt, dass die Revolution trotz ihres Scheiterns ein erster wichtiger Schritt zur Demokratisierung Deutschlands war.</p>
<p>Text: Carola Hoécker</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ernst Wilhelm Schultz (1861-1953). Sammlungs- und Museumsgeschichte, Teil 1</title>
		<link>https://buch-und-museum.de/aktuelles/sammler-und-museumsgruender-ernst-wilhelm-schultz-1861-1953-geschichte-des-dreilaendermuseums-in-loerrach-teil-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Dec 2023 16:00:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Dreiländermuseum]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Wilhelm Schultz]]></category>
		<category><![CDATA[Inventarisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Johann Peter Hebel]]></category>
		<category><![CDATA[Katalogisierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Museumsbibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Museumsgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Museumssammlung]]></category>
		<category><![CDATA[Oberländisches Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Sammlung Ernst Schultz]]></category>
		<category><![CDATA[Sammlungsgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Dreiländermuseum gäbe es nicht ohne Ernst Wilhelm Schultz, nach dem noch zu Lebzeiten in Lörrach eine Straße benannt wurde. Der 1861 in der Turmstraße geborene Sparkassendirektor war Gründer des städtischen Museums, das er als Konservator bis 1951 ehrenamtlich ausbaute ... <a title="Ernst Wilhelm Schultz (1861-1953). Sammlungs- und Museumsgeschichte, Teil 1" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/sammler-und-museumsgruender-ernst-wilhelm-schultz-1861-1953-geschichte-des-dreilaendermuseums-in-loerrach-teil-1/" aria-label="Mehr Informationen über Ernst Wilhelm Schultz (1861-1953). Sammlungs- und Museumsgeschichte, Teil 1">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Dreiländermuseum gäbe es nicht ohne Ernst Wilhelm Schultz, nach dem noch zu Lebzeiten in Lörrach eine Straße benannt wurde. Der 1861 in der Turmstraße geborene Sparkassendirektor war Gründer des städtischen Museums, das er als Konservator bis 1951 ehrenamtlich ausbaute und betreute. Seine umfangreiche Privatsammlung zur Kunst- und Kulturgeschichte des alemannischen Oberlandes bildet bis heute den Hauptbestand des Museums.</p>
<figure id="attachment_1022" aria-describedby="caption-attachment-1022" style="width: 290px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1022" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2FLoeB471-Ecke-Turmstr-2ganz-links-Baslerstr.-Foto-Haus-Schultz-um-1870-300x235.jpg" alt="" width="300" height="235" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2FLoeB471-Ecke-Turmstr-2ganz-links-Baslerstr.-Foto-Haus-Schultz-um-1870-300x235.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2FLoeB471-Ecke-Turmstr-2ganz-links-Baslerstr.-Foto-Haus-Schultz-um-1870-1024x802.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2FLoeB471-Ecke-Turmstr-2ganz-links-Baslerstr.-Foto-Haus-Schultz-um-1870-150x117.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2FLoeB471-Ecke-Turmstr-2ganz-links-Baslerstr.-Foto-Haus-Schultz-um-1870-768x602.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/2FLoeB471-Ecke-Turmstr-2ganz-links-Baslerstr.-Foto-Haus-Schultz-um-1870.jpg 1029w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-1022" class="wp-caption-text">Ernst Schultz mit seinen zwei jüngeren Brüdern vor dem Elternhaus in der Turmstraße 2 in Lörrach, um 1870, DLM Lörrach</figcaption></figure>
<p>Schultz entstammte einer linksliberalen Lörracher Seidenweber- und Knopfmacherfamilie, deren Geschichte sich in seiner Sammlung widerspiegelt: Sein Großvater, Besitzer einer Seidenweberei, war zweimaliger Bürgermeister. Sein Vater unterstützte die Revolution von 1848 und war in der wilhelminischen Gründerzeit ein erfolgreicher Kaufmann, der es zu einem großen Vermögen brachte. Seine Mutter, eine geborene Buser, kam aus Basel-Land. In der Schweiz lebten auch Verwandte seines Vaters, wie der Onkel Wilhelm Schulz (es gab eine z- und eine tz-Linie). Er war Drucker in Liestal und schrieb eine bedeutende Chronik zur Basler Kantonstrennung.<br />
Nach dem Gymnasium besuchte Ernst Schultz zusammen mit seinem Bruder Hermann die Handelsschule in Zürich und war ab 1880 Büroangestellter in Straßburg, wo er an der Universität Geschichte und Kunstgeschichte studierte. Im pfälzischen Wachenheim arbeitete er viele Jahre in der Verwaltung des Weinguts Bürklin-Wolf und bis 1903 als Direktor der Pfälzischen Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft. Marus Pflüger, dessen Gasthaus zum Hirschen dem Elternhaus von Schultz gegenüberlag, hatte ihm die Stelle bei Bürklin vermittelt, der wie Pflüger liberaler Reichstagsabgeordneter war. Pflüger sorgte auch dafür, dass Schultz 42-jährig wieder nach Lörrach zurückkehrte und zum Sparkassendirektor aufstieg.</p>
<figure id="attachment_1018" aria-describedby="caption-attachment-1018" style="width: 290px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1018" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/ALoeVIII-624-Mitgliedskarte-Altertumsverein-storia-del-museo-300x195.jpg" alt="" width="300" height="195" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/ALoeVIII-624-Mitgliedskarte-Altertumsverein-storia-del-museo-300x195.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/ALoeVIII-624-Mitgliedskarte-Altertumsverein-storia-del-museo-1024x665.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/ALoeVIII-624-Mitgliedskarte-Altertumsverein-storia-del-museo-150x97.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/ALoeVIII-624-Mitgliedskarte-Altertumsverein-storia-del-museo-768x499.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/ALoeVIII-624-Mitgliedskarte-Altertumsverein-storia-del-museo.jpg 1520w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-1018" class="wp-caption-text"><em>Mitgliedskarte des Altertumsvereins mit dem Stadtwappen und den Gedenkmünzen des Stadtjubiläums in Lörrach, DLM Lörrach<br /></em></figcaption></figure>
<p>Anlässlich des 200-jährigen Stadtjubiläums gründete Schultz 1882 mit engagierten Lörrachern den Altertumsverein, dessen Präsident er wurde. Aus diesem ging 1923 das Museum hervor, das eigene Räumen in der Sparkasse bezog und den Lörrachern zunehmend ans Herz wuchs, wie Schenkungen bezeugen. Regelmäßig gab es Ausstellungen, die auch das Interesse der Grenznachbarn weckte. Zum 100. Todesjahr Johann Peter Hebels waren 1926 erstmals Autografen und Bilder des Museums in der Ausstellung der Universitätsbibliothek Basel zu sehen.<br />
Nach seiner Pension und Ernennung zum Konservator konnte sich Schultz ab 1927 endlich seinen Lebenstraum erfüllen und sich ganz und gar dem Museum widmen, das 1932 in der Hofküferei auf dem Burghof neue Räume erhielt. In Fachkreisen galt die Sammlung, von der wegen Platzmangels nur ein Bruchteil gezeigt werden konnte, schon damals als äußerst wertvoll. Die Benennung „Heimatmuseum“ war indes ein Provisorium. Schultz beabsichtige, es „Oberländisches Museum“ zu nennen, ganz in der Tradition des alemannischen Oberlandes von Johann Peter Hebel. Dabei kamen ihm jedoch die NS-Zeit und der Zweite Weltkrieg in die Quere.<br />
Neben dem Museumsverein und der Stadt Lörrach blieb Schultz der Hauptsponsor des Museums, in dessen Sammlung er sein ganzes Vermögen steckte. In idealer Weise vereinte er in sich kaufmännisches Wissen, profunde Kenntnisse der regionalen Kultur- und Kunstgeschichte sowie das Gespür für geeignete Ausstellungsobjekte. Interessiert verfolgte er den Aufbau des Historischen Museums Basel und orientierte sich an dessen Sammlungserfassung.<br />
Schultz war im Dreiland bestmöglich vernetzt. Zu seinen Freunden zählten der Maler Hermann Daur, mit dem er sich rege austauschte, der Keramiker Max Laeuger&#8230; <a href="https://www.badische-zeitung.de/ohne-ernst-schultz-wuerde-es-das-dreilaendermuseum-in-loerrach-nicht-geben" target="_blank" rel="noopener">Hier geht es weiter</a></p>
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		<title>Marcus Pflüger – Vom Freischärler zum Parlamentarier. Buchvorstellung im Stadtmuseum Schopfheim, 17. November 2023</title>
		<link>https://buch-und-museum.de/aktuelles/marcus-pflueger-vom-freischaerler-zum-parlamentarier-bildvortrag-und-buchvorstellung-im-stadtmuseum-schopfheim-roggenbach-saal-17-11-2023-1800-uhr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carola Hoécker]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Nov 2023 01:00:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Franz von Roggenbach]]></category>
		<category><![CDATA[Johanna Pflüger (geb. Müller)]]></category>
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					<description><![CDATA[»Hier wird, gegenüber dem Landtage in Carlsruhe, mit Dampf gearbeitet«, schrieb 1881 aus Berlin der Reichstagsabgeordnete Marcus Pflüger (1824-1907) seiner Ehefrau Johanna. Der linksliberale Gastwirt vertrat als erster Lörracher den Wahlkreis Lörrach-Müllheim in einem gesamtdeutschen Parlament und war zugleich Abgeordneter ... <a title="Marcus Pflüger – Vom Freischärler zum Parlamentarier. Buchvorstellung im Stadtmuseum Schopfheim, 17. November 2023" class="read-more" href="https://buch-und-museum.de/aktuelles/marcus-pflueger-vom-freischaerler-zum-parlamentarier-bildvortrag-und-buchvorstellung-im-stadtmuseum-schopfheim-roggenbach-saal-17-11-2023-1800-uhr/" aria-label="Mehr Informationen über Marcus Pflüger – Vom Freischärler zum Parlamentarier. Buchvorstellung im Stadtmuseum Schopfheim, 17. November 2023">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_1006" aria-describedby="caption-attachment-1006" style="width: 149px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1006" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/4-Franz-von-Roggenbach-1862-DLM-Foto-Carola-Hoecker-204x300.jpg" alt="" width="159" height="233" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/4-Franz-von-Roggenbach-1862-DLM-Foto-Carola-Hoecker-204x300.jpg 204w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/4-Franz-von-Roggenbach-1862-DLM-Foto-Carola-Hoecker-697x1024.jpg 697w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/4-Franz-von-Roggenbach-1862-DLM-Foto-Carola-Hoecker-102x150.jpg 102w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/4-Franz-von-Roggenbach-1862-DLM-Foto-Carola-Hoecker-768x1128.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/4-Franz-von-Roggenbach-1862-DLM-Foto-Carola-Hoecker-1046x1536.jpg 1046w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/4-Franz-von-Roggenbach-1862-DLM-Foto-Carola-Hoecker.jpg 1210w" sizes="(max-width: 159px) 100vw, 159px" /><figcaption id="caption-attachment-1006" class="wp-caption-text">Franz von Roggenbach, DLM Lörrach, Foto: C. Hoécker</figcaption></figure>
<figure id="attachment_1007" aria-describedby="caption-attachment-1007" style="width: 330px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1007" src="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Stammbaum-Pflueger-16.-Jh.-20.-Jh-1932-DLM-300x162.jpg" alt="" width="340" height="183" srcset="https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Stammbaum-Pflueger-16.-Jh.-20.-Jh-1932-DLM-300x162.jpg 300w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Stammbaum-Pflueger-16.-Jh.-20.-Jh-1932-DLM-1024x553.jpg 1024w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Stammbaum-Pflueger-16.-Jh.-20.-Jh-1932-DLM-150x81.jpg 150w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Stammbaum-Pflueger-16.-Jh.-20.-Jh-1932-DLM-768x415.jpg 768w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Stammbaum-Pflueger-16.-Jh.-20.-Jh-1932-DLM-1536x830.jpg 1536w, https://buch-und-museum.de/wp-content/uploads/Stammbaum-Pflueger-16.-Jh.-20.-Jh-1932-DLM-2048x1107.jpg 2048w" sizes="(max-width: 340px) 100vw, 340px" /><figcaption id="caption-attachment-1007" class="wp-caption-text">Stammbaum Marcus Pflügers in Form einer Weinrebe, DLM Lörrach</figcaption></figure>
<p style="text-align: left;">»Hier wird, gegenüber dem Landtage in Carlsruhe, mit Dampf gearbeitet«, schrieb 1881 aus Berlin der Reichstagsabgeordnete Marcus Pflüger (1824-1907) seiner Ehefrau Johanna. Der linksliberale Gastwirt vertrat als erster Lörracher den Wahlkreis Lörrach-Müllheim in einem gesamtdeutschen Parlament und war zugleich Abgeordneter ibadischen Landtag. Zu seinen Freunden zählten bekannte Politiker wie Franz Freiherr von Roggenbach und August Lamey.<br />
Pflügers Vorfahren väterlicherseits stammten aus Schopfheim. Seit Jahrhunderten gehörten sie als Gast-, Landwirte und auch als Handwerker zur lokalen Elite. Sie bekleideten öffentliche Ämter und sind im 16./17. Jahrhundert als Statthalter (Vertreter des landesfürstlichen Vogts) nachgewiesen.<br />
Marcus Pflüger steht exemplarisch für den Aufstieg und das soziale Engagement des liberalen Bürgertums, das sich trotz gescheiterter 1848er-Revolution unbeirrt für die Demokratisierung Deutschlands einsetzte.</p>
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